Hunde als Therapeuten |
Ausbildung als Therapiehund?Ein Therapiebegleithund hat schwierige Situationen zu meistern. Er muss in jeder Situation ruhig, gelassen und ohne jegliche Aggressione reagieren. Dazu eignen sich nur wenige Hunde. Eine Ausbildung zum Therapiehundeführer und Therapiehund halte ich für dringend erforderlich. Leider ist es sehr schwierig, in Deutschland eine geeignete Stelle für die Ausbildung zu finden.Als ich vor einigen Jahren mit der Suche nach einer Ausbildungsmöglichkeit suche, stiess ich auf zwei Verbände im Internet. Leider kamen beide für mich nicht in Frage. Der erste Verband lehnte von vorneherein bestimmte Hunderassen ab. Ist hier nicht das Wesen eines jeden einzelnen Tieres entscheidend? Zudem war der Kurs extrem teuer. Auch das spricht meiner Meinung nach für sich. Der andere Verband hatte zu wenig Interessenten, als dass ein Kurs zustande kam. Im Anschluss tauchte mal hier und da ein sogenannter Ausbilder auf, aber ich habe lange Zeit keine anerkannte und kompetente Institution mit einer standardisierten theoretischen und praktischen Prüfung gefunden. Vorerst gab ich meine Suche auf. Ungefähr im März 2003 gelangte ich auf eine private Homepage einer Dame aus der Eifel, die von ihrem Therapiehund erzählte. Ich rief sie an sie empfiehl mir dann das TAT. Einen Bericht über die Ausbildung meiner Luna findet Ihr hier! Was ist das TAT?TAT steht für die Abkürzung Tiere als Therapie. Bei dem TAT handelt es sich um einen Verein, der im Jahr 1991 in Österreich von der Biologin Dr. Gerda Wittmann gegründet wurde. Frau Dr. Wittmann hatte während ihres langjährigen Aufenthaltes in Australien die Gelegenheit gehabt, die tiergestützte Therapie (animal assisted therapy - AAT) kennenzulernen und es sich nach ihrer Rückkehr zum Ziel gesetzt, diese auch in Österreich einzuführen.Heute ist der Obmann des Vereins Univ. Prof. Dr. med. vet. Josef Leibetseder. Der gesamte Verein arbeitet mit vielen Fachleuten aus unterschiedlichsten Bereichen (Psychologie, Biologie, Medizin, Pädagogik etc.) zusammen. Die Hauptstelle des TAT ist die veterinärmedizinische Universität Wien. Das TAT arbeitet nicht nur mit Hunden, sondern setzt verschiedene Tierarten für die Therapie ein. Ich werde hier aber nur auf die Ausbildung der Hunde eingehen. Welcher Hund ist für die Arbeit geeignet?Vom TAT werden keine Hunderassen vorgezogen oder gar abgelehnt. Ich habe bei meiner Suche nach einer geeigneten Ausbildung leider auch erleben müssen, dass andere Organisationen bestimmte Hunderassen, insbesondere die sogegannten "Listenhunde", ablehnten. Beim TAT kommt es aber auf den individuellen Hund und Halter an.Der Hund sollte sehr menschenbezogen, freundlich und gut sozialisiert sein. Zudem sollte er über eine hohe Toleranzschwelle verfügen und keine Aggressionsneigung haben. Es ist wichtig, dass das Team Hund und Halter auch zusammen passt und der Hund seine Rangordnung akzeptiert, sowie eine enge Bindung zu seinem Besitzer hat. Er muss zudem nervenstark sein und auch belastbar. Der Hund sollte sich mit seinesgleichen verstehen und auch keinen ausgeprägten Jagdtrieb haben. Eine Grunderziehung wird vorrausgesetzt. Das Mindestalter liegt bei 18 Monaten. Welcher Mensch eignet sich?Der Hundeführer sollte eine soziale Ader besitzen und gerne mit Menschen zusammenarbeiten. Es ist wichtig, dass er offen ist und gut auf fremde Menschen eingehen kann. Er sollte einfühlsam sein und Geduld und Verständnis für benachteiligte Mitmenschen aufbringen können. Die Arbeit ist nicht immer einfach, somit sollte auch der Hundeführer belastbar sein und mit neuen Situationen gut umgehen können. Zudem bedarf es auch Zeit und Engagement.
KursgestaltungLeider gibt es noch keine Ausbildung in Deutschland. In Österreich gibt es verschiedene Zweigstellen, diese sind über das TAT zu erfragen. Es gibt verschiedene Kurse, wobei aber für Leute mit weiterer Anreise sich am ehesten der Intensivkurs anbietet. Dieser dauert 5 Tage und kostet 250 Euro. Es wird mit einem Eignungstest der Hunde begonnen, wobei sich das TAT vorbehält, nach ihrer Meinung ungeeignete Hunde - gegen volle Rückerstattung der Kurskosten - abzulehnen. Die Ausbildung besteht dann aus einem theoretischen Teil für den Halter und einem praktischen Teil für den Hund. Am Ende des Kurses wird eine Prüfung abgelegt.
TheorieHier werden interessante Aspekte in den Bereichen Tierpsychologie, Pädagogik, Psychologie und der Humanmedizin aufgezeigt und in Verbindung mit Tieren als Therapie gebracht, weiters findet eine Vorlesung zum Thema "Erste Hilfe beim Therapiehund" statt. Über jeden Vortrag gibt es ein Skriptum und einen Fragenkatalog. Am Ende folgt dann die schriftliche Prüfung.PraxisIn den Ausbildungskursen wird der Hund mit vielen neuen Erlebnissen konfrontiert. Dabei wird der Hund von den Ausbildern genau beobachtet und beurteilt. Bei der Ausbildung werden alle Stresssituationen, die während einem Einsatz auftreten können, trainiert. Es kann zu ungewohnten Bewegungsmustern von Menschen mit Behinderungen kommen, plötzliche Schreie, Geh-Hilfen, ungewöhnliche optische und akkustische Reize, und noch vieles mehr. Der Hund muss sich zudem auch ungeschickt angreifen oder anrempeln lassen, da es in Therapiesituationen immer zu solchen Missgeschicken kommen kann.
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