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Tiere als Therapie

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Unsere Ausbildung beim TAT (Tiere als Therapie)

 

Unsere Ausbildung in Wien

Luna Am Donnerstag, den 17. April 2003 fuhren Luna und ich mit der Bahn von Bonn nach Wien. Gott sei Dank waren alles Schaffner nett, so dass uns auf niemand den offiziellen Maulkorbzwang der deutschen Bahn aufmerksam machte. Da die Zugfahrt insgesamt 9 1/2 Stunden dauerte, fuhren wir erst nur bis nach Nürnberg.
Dort holten und dann freundlicherweise Andreas und Bullmastiff Franky ab. Wir fuhren mit den Hunden in den Wald und gingen ausführlich spazieren. Erst zwei Stunden später ging Lunas und meine Reise weiter. Am Wiener Westbahnhof angekommen, mußten wir noch eine weitere Stunde mit Bus und Bahn fahren, um ins Hotel zu gelangen. Abends angekommen, fielen wir nur noch ins Bett. Luna und Franky

 

Luna Am Freitag mußten wir aber schon früh aufstehen und wieder mit Bus und Bahn bis zu veterinärsmedizinischen Universität fahren. In den öffentlichen Verkehrsmitteln in Wien herrscht eine strenge Maulkorbpflicht für alle Hunde. Und dort tragen wirklich alle Hunde, auch Dackel, Maulkörbe. Ich hatte allerdings nur ein Halti mit und schmuggelte Luna so durch... Um 9 Uhr begann dann unser Kurs. Wir waren insgesamt 17 Teilnehmer bestehend aus meiner Bullmastiff-Dame Luna, einem weißen Boxer, einem Jagdhund (Pointer oder Vorstehhund?), einem Mix, einem Briard, einem Flat-Coated-Retriever, drei Golden-Retrievern und acht Labrador-Retriever. Die beliebeste Therapiehunderasse steht ja nun schon fest...

Zwei der Labradore waren heiss. Dennoch durften sie an allen Dingen teilnehmen und von den restlichen Hunden, auch Rüden, wurde dennoch Gehorsam erwartet.Wir begannen mit einem Eingangstest. Wir gingen mit den Hunden auf eine eingezäunte Wiese und liesen sie frei laufen, um die Sozialverträglichkeit zu testen. Danach mußten wir den Grundgehorsam zeigen. Hier wurde sitz, platz, fuß, bleib und hier erwartet. Es mußte aber nicht perfekt sein und man durfte den Hund loben. Alle Hunden haben diesen Test bestanden. Danach folgten 6 Stunden Theorie.
Eine Tierärztin und Biologin sprach erst über Erste Hilfe beim Hund, dann über die Erziehung beim Hund. Danach sprach ein Psychiater über verschiedene Krankheitsbilder und Tiere als Therapeuten. Abends wurde noch allgemeines besprochen, dann war der Tag beendet.

 

Am nächsten Tag, Samstag, begannen wir mit 6 weiteren Theoriestunden. Hier sprachen ein Psychologe, eine Pädagogin und eine Ergotherapeutin. Danach begann die Praxis! Wir finden mit Gehorsamsübungen an, so zum Beispiel Bleib platz und der Hundebesitzer geht ausser Sichtweite. Die Hunde mußten im Kreis sitzen und wurden dann gefüttert. Es durfte kein Futterneid aufkommen. Dann sollte man seinen Hund abrufen können, während eine andere Person ihn füttert. Der Besitzer mußte dem Hund ein Leckerli wegnehmen können.

 

Gruppe Am Sonntag begannen wir morgens wieder mit Praxis. Die Hunde sollten unter einem Fallschirn herlaufen und sich möglichst in der Mitte ablegen und ruhig dort bleiben, wenn der Fallschirm nieder kommt. Danach mußten sie über Goldpapier laufen und unter Goldpapier durchgehen. Eine Gasse mit Menschen wurde gebildet, der Hund mußte durch gehen, während alle ihn anfassten und redeten. Eine weitere Übung war, dass der Hund in der Mitte stehen mußte und viele Menschen im Kreis auf ihn zu gingen. Zu Beginn waren sie ruhig, später wurde dann geschrien und mit den Armen gefuchtelt. Der Hund wurde wie beim Tierarzt untersucht. Dann mußte er relaxed auf der Seite liegen und der Besitzer sich leicht auf den Hund legen. Danach kam eine fremde Person und legte sich auf den Hund.
Gruppe Am Nachmittag fuhren wir nach Wien. Erst gingen wir über eine Freilaufzone, d.h. alle Hunde liefen frei. Fremde Hunde und Menschen kamen an einem vorbei spaziert. Dann ging es auf den Prater, dies ist ein riesiger Vergnügungspark mit vielen Menschen und viel Lärm. Dann fuhren wir alle zusammen Bahn und auch Aufzug (extrem eng für Hund und Mensch). Dann ging es in die Fußgängerzone. Die Hunde wurden erneut gefüttert und dann gerufen. Danach ins Platz abgelegt. Zu guter letzt ging es dann in ein Cafe, wo alle Hunde sehr eng beieinander liegen mußten. Zu unseren 17 Prüfhunden gehörten heute noch weitere 3 Hunde der Ausbilderin.

 

Am Montag hatten wir morgens wieder Praxis. Wir waren im Keller, wo es geräuschlich arg hallte. Die Hunde mußten ruhig bleiben, während Rollstuhlfahrer, Menschen mit Gehstützen und Gehwagen laut schreiend und wackelnd eng um sie herum liefen. Die Übungen von gestern wurden wiederholt. Eine Lärmstrasse mit Rasseln, Trommeln und Töpfen wurde gebildet. Die Hunde durften niemals Aggression (knurren o.ä.) zeigen und auch nicht zu viel Angst oder Hektik. Nachmittags war endlich frei! Die Tage waren wirklich extrem stressig für Luna und mich. Luna

 

Am Dienstag begannen wir mit der theoretischen Prüfung. Dies beinhaltete Fragen aus den Vorlesungen. Danach folgte die praktische Prüfung. Zu dieser wurden von den 17 Hunden nur 6 (3 Labradore, 2 Retriever und meine Luna) zugelassen. Die Prüfung war dann nicht mehr so schlimm. Zu Beginn gingen wir alle in einen engen Raum. Die Hunde mußten sich im Kreis neben uns hinsetzen. Ein völlig fremder gleichgeschlechtlicher und ein sehr junger Hund wurde dann direkt (!) vor der Nase des Prüfhundes gefüttert. Danach ging es raus und der Prüfer fütterte den Hund (oder spielte mit ihm). Der Besitzer mußte seinen Hund abrufen. Dann ging es in einen Prüfraum. Hier wurde der Hund von anderen Personen sehr feste gestreichelt, hochgehoben (soweit das bei Lunas 52 kg möglich war...), gebürstet, untersucht. Viele Menschen gingen schreiend auf das Tier zu, es kamen Rollstuhlfahrer und Leute mit Krücken. Dann mußte ich den Hund dort alleine lassen. Luna reagierte völlig entspannt und freudig. Sie hat, wie die anderen 5 Hunde, die Prüfung zum Therapiehund bestanden!!!! Jedes Jahr muß ich nun mit ihr zu einer kleinen Nachprüfung.

 

Luna Und am Mittwoch ging es dann glücklich, stolz und müde auf dem gleichen Wege wieder zurück.

 

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