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Liebe Hunde-Freunde!
Wenn Eurer Hund auch einen isolierter Processus anconeus hatte, würde ich mich sehr über einen weiteren Bericht freuen! Vielleicht
kann ja dem einen oder anderen auf diese Weise geholfen werden, denn der Verlauf ist ja nicht immer so, wie es im Lehrbuch steht.
Simone
Inhalt
Erfahrungsbericht von meiner Bullmastiff-Dame Lisa
medizinische Informationen
Erfahrungsbericht über Lisa
Zunächst bemerkte ich bei Lisa, dass sie immer wieder Kot fraß. Zunächst nur ihren eigenen Kot, im Verlauf jedoch auch
den Kot von anderen Hunden. Dieses Problemverhalten nahm immer weiter zu und wurde so schlimm, dass ich Lisa nicht mehr frei
laufen lassen konnte, da sie von einem zum nächsten Hundehaufen lief.
Erzieherisch hatte ich zu diesem Zeitpunkt keinen Einfluß mehr und ich versuchte wirklich viel. Auffällig war zudem, dass dieses Verhalten nicht stetig gleich war, sondern
in Schüben auftrat. Es gab durchaus bessere Phasen, wo sie selten Kot fraß und ich erzieherisch Einfluß auf sie hatte. Durchfall hatte sie ebenfalls ab und zu, jedoch nicht
wirklich schlimm. Da er immer wieder nach einigen Tagen verschwand, machte ich mir diesbezüglich keine Sorgen. Ich wechselte das Futter,
fütterte vermehrt Pansen, gab Harzer Roller, Zusatzpulver zur besseren Verdauung, Joghurt usw. usw. Ich ging jedem Rat nach, den man bei Kotfressen durchführen kann, aber nichts half.
Mit der Zeit bekam ich die Sorge, dass Lisa unter einem Mangel an irgendwelchen Stoffen leiden könnte und deshalb den Kot fraß.
Ich ging zum Tierarzt und schilderte dort das Problem. Lisas Kot wurde auf diverse Parasiten einschliesslich Giardien untersucht: Alles negativ. Also versuchte ich weiter alles mögliche, aber es half dennoch nichts.
Eines Tages hatte Lisa den schlimmsten Durchfall, den man sich nur vorstellen kann! Es war furchtbar, sie hat alles vollgemacht, der Stuhl stank ekelhaft und war sehr wässrig, ein Tierarztbesuch war wegen der Schwere des Durchfalls sofort notwendig.
Erneut wurde Lisas Kot untersucht, zudem erfolgte eine Blutentnahme. Ihre Blutwerte sahen folgendermaßen aus:
Pankreatische Elastase: 170 (Norm > 40) mikrog/g
Alkalische Phosphatase: 45 (Norm: bis 141) U/l
Amylase: 927 (Norm: bis 1229) U/l
Lipase: 528 (Norm: bis 300) U/l (Werte die Aussagen über die Funktion der Bauchspeicheldrüse geben)
TLI-Test: 15.9 (Norm: 5-35) ng/ml (Dieser Test gibt Auskunft über exokrine Pankreasinsuffizienz (Pankreas = Bauchspeicheldrüse)
sowie über eine akute Pankreatitis)
Folsäure: 8.70 (Norm: 5-13) ng/ml
Vitamin B12: 681 (Norm: 300-800) pg/ml (Folsäure wird von speziellen Bakterien eines Darmabschnittes gebildet,
Vit. B12 von den Bakterien in einem anderen Darmabschnitt. Bei bakterieller Überwucherung ergeben sich entsprechend erhöhte Werte.)
Und dann kam endlich das Ergebnis! Lisas Kotuntersuchung zeigte sich positiv auf Giardien! Endlich war eine Ursache gefunden...
Lisa erhielt als Medikation Metronidazol, auch meine anderen Tiere im Haus behandelte ich sicherheitshalber mit.
Alle Tiere vertrugen das Medikament gut und Lisas Zustand besserte sich zunehmend! Der Durchfall verschwand endgültig, ihr Fell wurde glänzender und sie hatte weniger Blähungen, was mir aber erst
im Nachhinein auffiel. Zudem bemerkte ich eine Veränderung bei meinem Kater Snoopy. Sein Stuhl war immer sehr stinkend, hell und eher weich gewesen. An eine Krankheit hatte ich aber nie gedacht.
Sein Fell war auch stumpf, weshalb ich schon oft das Futter gewechselt hatte. Plötzlich stank sein Kot nicht mehr so streng,
sein Kot wurde fester, farblich dunkler und sein Fell schöner. Somit litt der arme Kater anscheinend auch unter diesen ekelhaften
Parasiten... Vermutlich hatte mein Kater die Giardien zuerst und Lisa hat sie sich bei ihm eingefangen. Als Welpe war sie auch mal
an seinem Katzenklo. Eine Erklärung wäre es zumindest.
Besser wurde auch Lisas Kotfresserei! Innerhalb von wenigen Wochen hörte sie von alleine auf, den Kot fremder Hunde zu fressen. Sie behielt nur die Eigenart, ab und zu ihren eigenen Kot zu fressen. Diesbezüglich zeigte sie
sich aber gut beeinflussbar, was erzieherische Maßnahmen betraf, so dass es heute kaum noch dazu kommt.
medizinische Informationen
Allgemeines über den Erreger Bei "Giardia lamblia" handelt es sich um einen einzelligen Parasiten
aus der Gattung der Giardien, der sowohl den Menschen wie auch andere Lebewesen befallen kann. Giardia lamblia ist weltweit verbreitet,
kommt aber in Afrika, Asien und Südamerika deutlich gehaeuft vor.
Die Ausbreitung wird durch schlechte hygienische Verhältnisse begünstigt. Er gelangt üblicherweise über kontaminiertes
Oberflächenwasser, wo sich die Cysten aufhalten, oder über Kontakte mit Fliegen - was viel seltener ist - in den Darm des Menschen oder Tieres.
Die Inkubationszeit betraegt wenige Tage bis mehrere Wochen. Hunde infizieren sich zumeist, indem sie kontaminiertes Wasser trinken (Pfützen, stehende Gew¨sser etc.). Die Ansteckungsgefahr ist groß,
ein infizierter Hund ca. 100.000 Zyten pro Gramm Kot ausscheidet und bereits 10 Zysten für eine Infektion ausreichend sind.
 | Bei den meisten Hunden, mit einem intaktes Immunsystem, verschwinden die Giardien wieder von selbst. Ein Problem besteht jedoch auch darin, dass es Hunde gibt, die zwar Giardia in ihrem Darm tragen, aber sonst keine
krankhaften Symptome zeigen und somit unerkannt als Ansteckungsquelle dienen.
In Deutschland ist ungef¨hr jeder 4. Hund mit diesem Parastien infiziert. Bei den Welpen liegt diese Zahl noch deutlich höher, da ihr Immunssystem noch nicht so kräftig ist.
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Symptome
Der Hund leidet unter einem hartnäckigen Durchfall, der auch mit Erbrechen kombiniert sein kann. Gerade Welpen oder
immungeschwächte Tiere können unter monatelang andauerndem
Durchfall leiden. Der Durchfall kann sich für einige Tage bessern, tritt dann aber wieder auf. Die Kotbeschaffenheit variiert von wässrig mit Schleim-/ oder Blutbeimengungen
bis pastenartig. Oft ist der Kot hell, übelriechend und wird von stinkenden Blähungen begleitet. Durch die chronische
Dünndarmentzündung und die damit verbundene schlechte Nahrungsverwertung kann es
zu Abmagerung, Wachstums- und Entwicklungsstörungen kommen. Diagnostik
Der Giardiennachweis erfolgt mit speziellen Untersuchungsmethoden im Kot. Da die Erreger aber nicht regelmässig mit dem Kot ausgeschieden werden,
geben einzelne negative Befunde keine Sicherheit und die Stuhluntersuchung sollte bei einem Verdacht mehrfach durchgeführt werden!
Therapie
Es erfolgt eine medikamentöse Behandlung mit Metronidazol oder Fenbendazol. Hygienemassnahmen sind zu beachten. Nach einer Therapie sollte eine Kontroll-Stuhlprobe untersucht werden.
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