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Liebe Hunde-Freunde!
Wenn Eurer Hund auch Babesiose hatte, würde ich mich sehr über einen weiteren Bericht freuen! Vielleicht
kann ja dem einen oder anderen auf diese Weise geholfen werden, denn der Verlauf ist ja nicht immer so, wie es im Lehrbuch steht.
Simone
Inhalt
Erfahrungsbericht von Ingrid über Ihre Hündin Sina
medizinische Informationen
Erfahrungsbericht über Sina
Im Mai 2000 starb meine Hündin Mona. Kurze Zeit
später machte ich mich auf die Suche nach einem neuen Hund. Ich geriet dann an einen Verein, der Hunde aus Spanien
vermittelte. Ich fragte nach einem DSH und man erzählte mir von Sina. Sie sei ein wenig ängstlich, aber das lege sich
bestimmt schnell.
Ich hatte mich im Vorfeld ein wenig informiert, gerade in Bezug auf Leishmaniose und fragte von daher, ob sie getestet sei.
Es spielte auch ein Kostenfaktor eine Rolle, denn meine Hündin Mona war gegen Ende sehr krank gewesen und es waren einige
Kosten entstanden.
Ich bekam zur Antwort, dass Sina negativ auf Leishmanise und Dirofilariose getestet worden sei.
Ich fuhr dann ein paar Tage sp&aul;ter hin und sah sie mir an. Sie war wirklich sehr auml&ngstlich, aber mit Mona hatte ich
damals einen 7-jähirgen ängstlichen Hund bekommen, das hatte ich auch irgendwie hinbekommen, also fand ich das nicht
so schlimm.
Am 01.06.2000 zog Sina dann bei mir ein.
Im November hatte sie an einem Abend von jetzt auf gleich 40 Grad Fieber. Sie bekam Antibiotika gespritzt, obwohl sie keine
Symptome hatte. Das Fieber verschwand und es kam nicht wieder. Wieder kamen allerdings die Durchfülle. In schöner
Regelmäßigkeit 1 x die Woche. Über einen Zeitraum von 3 Stunden entleerte sich komplett ihr Darm, dann hatte sie 12
Stunden keinen Kotabsatz, dann war alles wieder ok. Und das Ganze bei normaler Fütterung.
Im Dezember liess ich sie testen. Ich wusste, dass z.B. Dirofliaren (Herzwürmer) erst bis zu 6 Monaten später im
Blut nachweisbar sein können und hatte von daher immer gesagt, sobald Sina 6 Monate in Deutschland sei, würde ich sie
noch einmal testen lassen.
Das Ergebnis war niederschmetternd: Babiose 1:128, Borreliose 1:64 und sehr sehr viele Microfilarien. Gleichzeitig liess ich
ein grosses Blutbild machen, wo schon erkennbar war, dass die Babiose angefangen hatte, die Blutwerte zu verändern.
Den Verlauf über die Filariose könnt Ihr bitte dort weiterlesen!
Bzgl. der Babiose bekam Sina im Januar im Abstand von 2 Wochen jeweils eine Spritze. Direkt im Anschluss musste sie unter
tierärztlicher Beobachtung jeweils 3 Stunden am Tropf liegen bleiben, denn es hätte zu einem Kreislaufzusammenbruch
kommen können. Für einen nicht geprägten Hund eine doppelte Tortur, auch wenn ich die ganze Zeit dabei war. Aber es
half, denn der nächste Test zeigte einen Titer von 1:64 und der übernüchste Test zeigte einen Negativ Titer.
Kurz nach der Behandlung verschwanden auch die Durchfälle und kamen in der Form auch nicht wieder. Behandelt wurde
übrigens nicht mit dem allseits bekannten Medikament sondern mit einem weniger bekannten Medikament, dessen Name ich gerne
auf E-Mail bekannt gebe.
Zusätzlich zu den Spritzen bekam sie 3 Wochen lang Antibiotika für die Borreliose, Menschen, die sich mit
Mittelmeerkrankheiten auskennen, sagten mir, dass dieses wohl auch bei Babiose anschlägt. Sina nächster Test in
Bezug auf die Borreliose war jedenfalls auch negativ.
Medizinische Infos über die Borreliose könnt Ihr auf meiner Borreliose-Seite lesen. Sinas Geschichte und Fotos
sind auf ihrer Homepage zu finden.
medizinische Informationen
Erreger
Babesiose (Piroplasmose) kann akut oder chronisch verlaufen und wird durch einzellige Parasiten, sogenannte Babesien
(bei Hund: Babesia canis), hervorgerufen.
Überträger
Überträger der Krankheit sind verschiedene Zeckenarten. Hierbei handelt es sich z.B. um die Auwaldzecken
(Dermacentor reticulans), oder seltener um die eingeschleppte braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Diese sind
besonders in wärmeren Ländern zu finden, wie z.B. südlich von Deutschland, Frankreich, Spanien, auch Ungarn und
in den Balkanändern. In Deutschland sind sie in der oberrheinischen Tiefebene zu finden. Die für uns bekannte Zecke
Holzbock (Ixodes ricinus) kann Babesiose jedoch nicht übertragen.
Infektionsweg
Die Babesien sind in den Speicheldrüsen der Auwaldzecken zu finden und gelangen beim Blutsaugen in die Blutbahn des
Hundes. Dort befallen sie sofort die roten Blutkörperchen und beginnen sich dann explosionsartig durch Teilung zu
vermehren. Auf diese Weise werden die roten Blutkörperchen zerstört. Die freiwerdenden Babesien befallen dann neue
Blutkörperchen und vermehren sich weiter.
Symptome
Nach einer Inkubationszeit von 10 Tagen bis zu drei Wochen reagiert der Hund mit Fieber bis 42 Grad,
später mit Mattigkeit, allgemeiner Schwäche und Fressunlust. Nach einigen Tagen haben sich die Babesien so stark
vermehrt, dass der massenhaft anfallenden rote Blutfarbstoff über die Nieren mit dem Harn ausgeschieden wird und somit
sich der Urin dunkelrot bis schwarz verfärbt. Es kann auch zu Nierenversagen und Gelbsucht kommen. Die mit Babesien
befallenen roten Blutkörperchen können sogar kleine Blutgefässe im Gehirn verstopfen und somit zu einer
Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff führen.
Nachweis
 Hier sieht man einen Blutaustrich in einer Vergrösserung von x 1000. Babesien sind zu erkennen.
Man kann die Babesien in den roten Blutkörperchen im Blutaustrich nachweisen. Am aussagekräftigsten ist hier
Kapillarblut. Der Nachweis im venösen Blut erfolgt am effektivsten mit Hilfe verschiedener Anreicherungsverfahren.
Serologisch kann eine Infektion durch den Nachweis von Antikörpern mittels eines indirekten Immunflzuoreszenz-Tests
festgestellt werden. Ab dem 10 Tag nach der Infektion sind Anitkörper nachweisbar. Ein Titer von unter 20 ist negativ, ein
Titer von über 40 spricht für eine vorausgegangene Infektion.
Therpie
Entweder Imidocarb-dipropionat (Imizol®): bis zu 6 mg/kg KGW (Körpergewicht) s.c. (unter die Haut gespritzt),
entspricht 0.25 - 0.5 ml/10 kg KGW
Die einmalige Verabreichung ist in der Regel ausreichend, kann aber bei Bedarf nach 10-14 Tagen wiederholt werden.
Das Präperat ist in Deutschland nicht zugelassen, kann aber über Apotheken bezogen werden.
Oxopirvedine®: 1 ml/kg KGW s.c., 2 mal im Abstand von 48 Stunden, Reistenzbildungen gegen Oxopirvedine sind möglich.
Dieses Präparat wird von Merial (Frankreich, Lyon) vertrieben und kann nach § 73 Abs. 3 AMG auf Verschreibung über eine
Apoptheke eingeführt werden. Für Deutschland besteht keine eigene Zulassung.
Die symptomatische Therapie erfolgt entsprechend dem klinischen Bild. Es kann auch eine Bluttransfusion notwendig werden.
Prophylaxe
In Deutschland ist keine Imfpung zugelassen. In Frankreich sind Impfungen mit der inaktiven Vakzine Pirodog® von Merieux
möglich. Der Impfstoff ist jedoch sehr teuer und der Impfschutz ist nicht absolut. Die Grundimmunisierung ist nur
für endemische Gebiete empfehlenswert. Alternativ kann Imizol® einmalig in einer Dosierung von 2.4 mg/kg KGW (0.02 ml/kg)
s.c. vor Reiseantritt injiziert werden. Der Schutz besteht dann für ungefähr 4 Wochen. Eine zusätzliche
Zeckenprophylaxe ist sehr empfehlenswert.
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