Filariose



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Filariose

Liebe Hunde-Freunde!

Wenn Eurer Hund auch Filariose hatte, würde ich mich sehr über einen weiteren Bericht freuen! Vielleicht kann ja dem einen oder anderen auf diese Weise geholfen werden, denn der Verlauf ist ja nicht immer so, wie es im Lehrbuch steht.

Simone

Inhalt
Erfahrungsbericht von Ingrid über ihre Hündin Sina
medizinische Informationen

Erfahrungsbericht über Sina Sina

Im Mai 2000 starb meine Hündin Mona. Kurze Zeit später machte ich mich auf die Suche nach einem neuen Hund. Ich geriet dann an einen Verein, der Hunde aus Spanien vermittelte. Ich fragte nach einem DSH und man erzählte mir von Sina. Sie sei ein wenig ängstlich, aber das lege sich bestimmt schnell.

Ich hatte mich im Vorfeld ein wenig informiert, gerade in Bezug auf Leishmaniose und fragte von daher, ob sie getestet sei. Es spielte auch ein Kostenfaktor eine Rolle, denn meine Hündin Mona war gegen Ende sehr krank gewesen und es waren einige Kosten entstanden.

Ich bekam zur Antwort, dass Sina negativ auf Leishmanise und Dirofilariose getestet worden sei.

Ich fuhr dann ein paar Tage später hin und sah sie mir an. Sie war wirklich sehr ängstlich, aber mit Mona hatte ich damals einen 7-jährigen ängstlichen Hund bekommen, das hatte ich auch irgendwie hinbekommen, also fand ich das nicht so schlimm.

Am 01.06.2000 zog Sina dann bei mir ein.

Im November hatte sie an einem Abend von jetzt auf gleich 40 Grad Fieber. Sie bekam Antibiotika gespritzt, obwohl sie keine Symptome hatte. Das Fieber verschwand und es kam nicht wieder. Wieder kamen allerdings die Durchfälle. In schöner Regelmäßigkeit 1 x die Woche. Über einen Zeitraum von 3 Stunden entleerte sich komplett ihr Darm, dann hatte sie 12 Stunden keinen Kotabsatz, dann war alles wieder ok. Und das Ganze bei normaler Fütterung.

Im Dezember liess ich sie testen. Ich wusste, dass z.B. Dirofliaren (Herzwürmer) erst bis zu 6 Monaten später im Blut nachweisbar sein können und hatte von daher immer gesagt, sobald Sina 6 Monate in Deutschland sei, würde ich sie noch einmal testen lassen.

Das Ergebnis war niederschmetternd: Babiose 1:128, Borreliose 1:64 und sehr sehr viele Microfilarien. Gleichzeitig liess ich ein grosses Blutbild machen, wo schon erkennbar war, dass die Babiose angefangen hatte, die Blutwerte zu verändern.

Die Behandlung gegen die Babiose und die Borreliose lest bitte unter diesem Stichwort weiter. Nach dieser Behandlung hörten die Durchfälle von Sina auf.

Probleme bereiteten uns die Microfilarien, die ich persönlich am Anfang als gar nicht so schlimm angesehen hatte.

Ich möchte dazu aber erst noch etwas über Filarien schreiben. Es gibt neben den Dirofilarien (Herzwürmer) noch andere Filarienarten. Die Übertragung erfolgt durch Mücken. Die Filarien entwickeln dann Nachkommen = Microfilarien, die aber im eigenen Hund normalerweise nicht erwachsen werden. Aber auch hier soll es schon andere Fälle gegeben haben.

Zeigt ein Test sehr viele Microfilarien ist das ein Zeichen, dass erwachsene Filarien im Hund vorhanden sind. Leider kann man aber per Bluttest nur feststellen, ob erwachsene Dirofilarien da sind, die anderen Arten kann man so nicht erfassen.

Sina Dirofilaria Test war negativ, so dass man davon ausgehen konnte, dass es sich um eine der anderen Wurmarten handelte. Die sind teilweise für den Hund nicht krankmachend und sterben in der Regel von alleine ab (zumindest Sinas Art, auf die man tippte). Von daher galt es nur die Microfilarien zu behandeln.

Es gab die Möglichkeit der Behandlung mit mit einem Medikament was gespritzt wird, sehr effektiv ist, aber auch Nebenwirkungen hat. Und es gab die Möglichkeit eines Medikaments welches einmal im Monat in den Nacken gegeben wird, ähnlich wirkt, aber langsamer. Wir entschieden uns für Letzteres.

3 Monate später testeten wir erneut. Es waren jetzt weniger Microfilarien vorhanden, aber es waren immer noch zu viele. Also wurde vorgeschlagen, zusätzlich noch ein bestimmtes Wurmmittel zu geben, in einigen Fällen sterben die erwachsenen Filarien dann ab. Dieses Mittel wird aber in so einem Fall nicht 1 -3 Tage sondern 10 Tage lang gegeben. Auch die Microfilarien wurden weiter behandelt.

Wieder 3 Monate später waren die Microfilarien wieder weniger geworden und man schlug mir vor, Sina nur noch jeden 2. Monat mit dem Medikament gegen diese zu behandeln, um sie unter Kontrolle zu halten. Es stand jetzt ganz sicher fest, dass es keine Dirofilaria war, denn diese Test waren immer negativ.

Ich wollte aber trotzdem noch einmal dieses Wurmmedikament geben, irgendwie hatte ich so ein Gefühl, diesmal packen wir sie. Der Tierarzt hatte keinerlei Bedenken, also gab ich es ihr.

Ein paar Tage nach Ende der 10-Tages Kur tobte sie mit einem Hundekumpel durchs Feld. Sie war wie immer schnell aus der Puste, das war mir in den letzten Wochen schon aufgefallen. Irgendwann wollte ich dann weitergehen, da machte sie gerade schwer atmend freiwillig Pause. Doch ihr Kumpel forderte sie noch einmal zum Spiel auf und sie, die Spielbegeisterte rannte mit.

Dann gingen wir weiter. Sina wurde langsamer und langsamer. Sie trottete hinter mir her. Als wir an der Weggabelung ankamen, die auf das letzte Stück Weg zur Strasse führt, legte sie sich hin. Ich nahm sie an die Leine und motivierte sie, weiterzugehen. Wir gingen sehr sehr langsam, trotzdem, als wir um die Ecke gebogen waren, legte sie sich wieder hin. Ich wartete erst mal einen Moment, weil ich dachte, sie erholt sich wieder. Doch ihre Augen kippten regelrecht weg, so wie wenn der Hund in Narkose gelegt wird. Ich kontrollierte das Zahnfleisch, es war noch ok. Ich beschloss den Tierarzt anzurufen, ich gehe grundsätzlich nur mit Handy ins Feld, es kann immer mal ein Notfall sein.

Ich schilderte dem Tierarzt die Lage und er sagte, ich solle noch einen Moment abwarten, vielleicht habe ich sie nur einen Schwächeanfall. Ich sagte ihm, das könne nicht sein, weil sie mehr und mehr zusammenklappte. Ich kontrollierte noch mal das Zahnfleisch und diesmal war es schneeweiss. Ich wusste, dass dies ein Alarmsignal ist und der Tierarzt bestätigte mir das. Er sagte, ich solle sehen, dass ich mit dem Hund aus dem Feld komme und so schnell wie möglich die nächste TA Praxis aufsuche, egal welche. Es ginge um Minuten (seine Praxis ist 30 Minuten Fahrzeit entfernt).

Ich rief bei meinen Freunden an, die sich auch sofort ins Auto setzen. Ich wusste, dass sie nicht bis zu der Stelle fahren konnten, denn der Weg war voller Matsch und Schlamm. Um keine wertvolle Zeit zu verlieren, war mir klar, dass ich Sina am Besten schon mal bis dahin trage, bis wo das Auto fahren kann. Ich habe es noch nie geschafft, Sina zu heben, denn sie wiegt 30 kg. Aber diesmal schaffte ich es. Irgendwie hievte ich sie auf meine ausgestreckten Arme. Sie lag wie ein nasser Sack in meinen Armen. Dann stapfte ich los. Drei Mal musste ich sie absetzen auf der Strecke. Dann bog auch schon das Auto meiner Freunde ein. Sina konnte zu dem Zeitpunkt wieder alleine stehen. Ich schleuderte meine Gummistiefel von mir, setzte mich hinten rein und nahm sie auf den Schoss. Denn wir waren voll mit Matsch und das Auto hat eine helle Innentrim. Zu Hause angekommen stiegen wir aus. Alle Nachbarn standen auf der Strasse. Sina sah sie und rannte so schnell sie konnte zu unserem Haus. Jetzt dachte natürlich jeder, ich hätte übertrieben. Sina sah immer noch etwas glasig aus den Augen und so fuhren wir zum Tierarzt. Er horchte sie ab, konnte aber nichts Auffällliges feststellen. Sina war zu diesem Zeitpunkt auch schon wieder stabil. Trotzdem wollte ich diese Sache untersucht haben. Wir wurden an einen Internisten überwiesen. Dieser machte ein grosses Blutbild, testete den Stoffwechsel, röntge die Lunge, machte EKG und Herzultraschall. Er testete auch noch mal Filarien.

Das Röntgenbild der Lunge zeigt keine Auffälligkeit, das Herzultraschall ergab aber einen stark erhöhten Lungenüberdruck, der aber schon länger bestehen muss, denn das rechte Herz ist leicht vergrössert. Ein normaler Rechtsherzlungendruck liegt bei 7 - 9, ist er krankhaft erhöht, sollte er nicht höher als 28 sein. Bei Sina lag er bei 35 - 40!

Die Ursache dafür könnte entweder allergisch bedingt sein oder aber durch die Filarien. Es wurde vermutet, dass es sich bei Sina um die Art Dipetalonema reconditum handelt. Bei dieser Art docken die erwachsenen Würmer an die inneren Organe an. Aufgrund der Befunde wurde vermutet, dass sie bei Sina an der Lunge hängen. Dies hätte bedeutet, dass sie, falls das so ist, operativ entfernt werden müssten.

Ich erfuhr aber auch, dass der Kreislauf zur Bildung der Microfilarien ca. 3 Wochen dauert. Da Sina a gerade die 10-Tage Kur hinter sich hatte, sollte ich jetzt erst nochmal 3 Wochen warten, ihr dann nochmal das Medikament für die Microfilarien geben (falls diese erwachsenen Würmer vor ihrem Tod noch welche produziert hätten), dann 6 Wochen warten und dann erneut testen. Wenn dann noch welche vorhanden sind, stand eine Untersuchung im Raum, herauszufinden, wo diese Würmer sitzen um sie dann operativ zu entfernen.

Das Risikio, dass der Zusammenbruch sich wiederholt wurde als hoch angesehen. Obwohl auch die Möglichkeit bestand, dass der Zusammenbruch durch einen toten erwachsenen Wurm verursacht wurde, der sich in die Blutbahn absetzen konnte - also so eine Art Thrombose.

Sina blieb erst mal an der Leine, durfte kaum toben. Ich hatte einfach zu viel Angst. Aber dann machte ich mir klar, wie wenig sie bislang vom Leben hatte. Ihre Ängste, die vielen Tierarztbesuche. Ich beschloss, sie wieder ab und an toben zu lassen, denn wenn ihr Leben wirklich nur so kurz sein sollte, dann soll davon soviel leben wie möglich.

Gleichzeitig versuchte ich es mit einer Art positiven Denken. Jeden Abend massierte ich sie und stellte mir dabei vor, wie die Würmer sterben. In solchen Situationen glaubt man an die verrücktesten Sachen.

Die 6 Wochen gingen endlich vorbei -wir testeten wieder und erstmalig stand da "Microfilarien - negativ". Ich tanzte einen Freundentanz durchs ganze Haus. Die Sache war aber damit noch nicht aus der Welt, es konnte auch ein Zufall sein.

Wieder 6 Wochen später schickten wir das Blut nochmal in die Parasitologie. Bedingt durch die bevorstehenden Weihnachtstage war das Blut etwas länger unterwegs, es traf dort am Heiligabend ein. Es wurde dort auch bis Mittag gearbeitet. Um 11.00 Uhr stand das Ergebnis fest:

Sie hatten KEINE Microfilarien gefunden! Dies war mein schönstes Weihnachtsgeschenk. Insbesondere als der Parasitologe fragte, wie lange Sina keine Medikamente mehr bekommen hatte. Als ich ihm sagte, dass es jetzt ca. 10 Wochen her ist, meinte er, dass das Ergebnis dann besonders hoch zu werten sei. Es könne sehr sehr gut sein, dass wir es jetzt geschafft haben.

Leider wurden 2 Monate später aber wieder ein paar vereinzelte Microfilarien gefunden. Da Sina aber die ganze Zeit keine Medikamente bekommen hat, war das Ergebnis trotzdem nicht schlecht. Es zeigt, dass nur noch ein paar vereinzelte erwachsenen Würmer da sind. Das Herzultraschall wurde auch gemacht und der Wert lag jetzt bei 27 - also knapp unter dem krankheitsbedingten Höchstwert. Auch diese Verbesserung in der kurzen Zeit wurde als hoch angesehen und zeigt, dass es wohl wirklich an den Würmern liegt.

Prophylaktisch wurde dann das Medikament gegen die Microfilarien nochmal gegeben und 3 Wochen spAuml;ter getestet. Da war sie wieder negativ und sie konnte endlich eine vernünftige Grundimpfung bekommen. Sie war in Spanien nämlich nur einfach geimpft, ohne Wiederholung. Und sie wurde auch in Deutschland nach einem Jahr geimpft. Aber bei beiden Impfungen war sie voller Parasiten und es ist fraglich, ob die Impfung überhaupt anschlug.

Normalerweise müsste ich ihr jetzt nochmal die 10-Tage Kur geben, um auch die letzten Würmer loszuwerden. Aber ich habe da meine Bedenken. Sie wurde deshalb 3 Monate nach der letzten Gabe des Medikaments gegen Microfilarien erneut getestet. Der Test war negativ. Dies war jetzt im Juli 2002. Sina sieht auch insgesamt gut aus, hat mehr Puste. Vielleicht hat sie es ja geschafft. Ich werde jetzt noch mal 6 Monate abwarten und dann erneut testen. Ist der Test dann negativ, sieht es sehr gut aus. Denn wenn keine Microfilarien gefunden werden, gibt es auch keine Macrofilarien.

Im Februar im Jahre 2003 kommt dann noch einmal ein Herz-Lungencheck und dann weiß ich mehr.

Sinas Krankheit ist eigentlich tückisch. Ihr ging es und geht es noch immer sehr gut. Aber unbehandelt hätte sich das ganz schnell ändern können. Aber ich hoffe doch, dass wir es geschafft haben.

Glücklicherweise ist Sina hart im Nehmen, denn selbst die vielen Tierarzttbehandlungen haben sie in ihrer Entwicklung nicht so sehr behindert. Sie hat in den 2 Jahren seit sie hier ist, ca. 20 x die Pfote hingehalten zum Blut abnehmen, zum Tropf anlegen usw. Hat 2 Herzultraschalls über sich ergehen lassen. Für einen nicht geprägten Hund nat&aul;rlich eine Katastrophe. Normalerweise. Aber Sina macht trotzdem immer weiter Fortschritte.

Auf Ihrer HP berichte ich immer, wie es weitergeht, aber es gibt auch viele Photos von einem Hund, der sehr glücklich ist. Besuchen Sie uns doch mal: Sinas Homepage Dort dann Sinas Geschichte anklicken.

 

medizinische Informationen

Erreger

Filariosis ist die sogenannte Herzwurmkrankheit. Ursache für die Erkrankung sind Parasit vom Typus der Nematoden (=Fadenwürmer) namens Dirofilaria immitis, Dirofilaria repens, Dipetalonema reconditum Dipetalonema grassi und Dipetalonema dracunculoides . Bei einer Untersuchung in der Region um Barcelona 1994 wurden bei Hunden eine Durchseuchungsrate von 12.8% bzgl. D. immitis, 3.7% für Dipetalonema reconditum und 2.7% für Dipetalonema dracunculoides festgestellt. Je nach Region lag die Durchseuchungsrate mit D. immitis bei bis zu 35.3%. Die durchschnittliche Prävalenz von D. immitis bei Hunden auf Gran Canaria lag bei fast 60%. In Frankreich wurde bei 20% militärisch-genutzter Hunde D. repens nachgewiesen. Neben dem Hund ist auch die Katze und der Fuchs als Reservoir von D. immitis oder D. repens bekannt. Im folgenden Text schreibe ich über eine Infektion mit Dirofilaria immitis. Am Ende diesen Artikel werde ich noch kurz auf die Art Dipetalonema reconditum eingehen, da dieser Name in Sinas Bericht gefallen ist.
Der Wurm lebt im Herz und in den der Lunge angrenzenden grossen Blutgefäßen. Ein Hund kann von nur einem aber auch von hunderten solcher Würmer befallen werden. Diese erreichen eine Länge von 15-35 cm.

Ausbreitung - Gebiete

Bilder

Auf diesem Bild sieht man die Ausbreitung: rot= durchseuchtes Gebiet, gelb= mögliches Vorkommen und blau= freies Gebiet

Die Filariosis wird von einem auf den anderen Hund über bestimmte Moskitogruppen (60 verschiedene Stechmückenarten) übertragen. Das größte Infektionsrisiko ergibt sich durch Reisen in die Anrainerstatten des Mittelmeeres. In der Poebene in Italien ist mit 95 % die höchste Prävalenz für die Erkrankung auf der ganzen Welt. Auf den kanarischen Inseln La Palma und Teneriffa sind 32% bzw. 61% der Hunde infiziert. Aber auch in den USA findet sich eine Seuche grösseren Ausmasses.

Übertragung

Es handelt sich um einen Zyklus, bei dem die weibliche Mücke den Zwischenwirt und der Hund vor allem den Endwirt und das Infektionsreservoir darstellt. Der weibliche Wurm setzt Embryonen, sogenannte Mirkofilarien, im Blut des Hundes ab. Die Stechmücke saugt dann das infizierte Blut auf und wird somit infiziert. In den folgenden 10-15 Tagen verwandelt sich dann die Mikrofilarie zweimal in der Stechmücke und wird zu einer infektiösen Larve. Saugt die Mücke nun erneut Blut, gibt sie an den Hund die Larve wieder ab. Diese braucht dann ca. 6 Monate, um in die Lungenarterien des Hundes zu wandern, dort geschlechtsreif zu werden und dann wieder Mikrofilarien im Blut abzulagern. Die daraufhin wieder erneut von einer Mücke aufgenommen werden können.

befallene Organe

Bilder

Auf diesem Bild sieht man Makrofilarien im rechten Ventrikel des Herzens eines verstorbenen Hundes

Die Filarien verursachen beim Hund nicht nur Schäden in den Lungenarterien, sie können auch das Herz, die Leber und die Nieren angreifen. Oft entstehen schon Schäden, bevor es zu Symptomen kommt.

 

 

 

Symptome

Symptome können Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und chronischer Husten sein, zudem ermüdet der Hund bei körperlicher Anstrengung schnell. In dieser Situation kann es sogar durch eine Herzinsuffizienz zur Ohnmacht des Tieres kommen. Bei stark verseuchten Tieren kann es auch zum "Hohlvenen-Syndrom" mit meist tödlichen Ausgang kommen. Bei diesem Syndrom wird durch eine große Anzahl von Würmern die Öffnung der Klappe zwischen rechter Herzkammer und Hohlvene verstopft, die das Blut zum Herz zurückführt. In diesem Stadium leidet der Hund plötzlich an Schwäche, wird lustlos, verliert den Appetit, der Harn wird dunkelbraun und das Tier leidet an Anämie und Gelbsucht. Werden die Fadenwürmer dann nicht sofort chirurgisch entfernt, stirbt der Hund innerhalb von 2-4 Tagen.

Nachweis

Bilder

Hier sieht man Mikrofilarien im Blutaustrich bei einer Vergrösserung von x 500.

Bei Tieren aus den Endemiegebieten ist zu beachten, dass der serologische Nachweis adulter Dirofilarien erst nach 6-7 Monaten nach der Infektion möglich ist. Dies liegt daran, dass die adulten Herzwürmer erst nach dieser Zeit Geschlechtsreif werden.

Die Untersuchung auf Filarien erfolgt im Kapillarblutausstrich (z.B. aus der Schwanzspitze) oder nach Anreicherung der Mirkofilarien durch den sogenannten Knott-Test aus EDTA-Blut nachgewiesen werden. Die Blutabnahme sollte mölichst nach 18 Uhr stattfinden, da die periphere Zirkulation der Mikrofilarien am höchsten in den Abendstunden ist. Durch einen Nativblutausstrich kann man durch das Anwenden einer speziellen Färbung den krankhaften Wurm D. immitis von nicht pathogenen Dirofilarien unterscheiden.


Problematisch ist es, wenn Hunde zwar unter erwachsenen Filarien leiden, jedoch keine Mikrofilarien im Blut enthalten sind. Dies wird dann "verborgene Filariosis" genannt und kann anhand von Immunproben diagnostiziert werden. Des weiteren helfen auch Röntgenaufnahmen des Thorax, um eine verborgene Filariose zu entdecken, da man auf diese Weise krankhafte rötgenographische Veränderungen von Herz und Lunge ausweisen kann. Bei stärkeren Befall können Makrofilarien auch direkt mittels Ultraschall in der A. pulmonalis oder im Herz nachgewisen werden.

Therapie

Es gibt drei Behandlungsstufen:

  • 1. Gesamtbild des Gesundheitszustandes mit Krankengeschichte, Untersuchung, Analysen, Röntgenaufnahmen und EKG.
  • 2. Anschließend werden die erwachsene Würmer entfernt, da sie die eigentliche Krankheitsursache darstellen. Es gibt zwei gebächliche Medikamente. Beide stellen Derivate von Arsen dar und es ist noch nicht nachgewiesen, auf welchem Wege sie die Würmer genau töten.
    Das Erste ist Thiacetarsamide-Na (Caparsolate®, Filaramide®). Dieses Mittel wurde lange Zeit genutzt und es ist sehr effektiv. Da es aber für Nieren und Leber toxisch sein kann, es zudem über eine geringe therapeutische Breite verfügt und es ausschliesslich zur intravenösen Injektion zugelassen ist, sollte von diesem eher abgeraten werden.
    Das zweite Medikament heißt Melarsomine dihydrochloride (Immiticide®). Für dieses Medikament besteht in Deutschland jedoch keine eigene Zulassung. Es wird über Merial Frankreich bzw. die Apotheke bezogen. Der Hersteller empfiehlt ausschließlich eine tiefe intramuskuläre Injektion. Dieses Medikament hat im Vergleich eine bessere Wirksamkeit und eine geringere Toxizität. Immiticide wird normalerweise zwei mal im Abstand von 24 Stunden injiziert. (2.5 mg/kg KGW (=Körpergewicht), 2 x im Abstand von 24 Stunden). Bei starken Befall (Kontrolle im Ultraschall) sollte man jedoch zuerst nur eine Injektion verabreichen, um nur einen Teil der Makrofilarien abzutöten, da sonst die Gefahr einer Lungenembolie besteht. Ca. 3 Wochen später sollten dann zwei Injektionen im Abstand von 24 Stunden zur Abtötung der restlichen Makrofilarien erfolgen.
    Nach dieser Zeit muss die Bewegung des Hundes deutlich eingeschrägt werden, damit die bereits toten Filarien der Lunge keine schweren Schäden zufügen können. Falls der Befall sehr stark ist, kann auch eine operative Entfernung erreichbarer Makrofilarien notwendig werden, da sonst die Gefahr einer Lungenembolie zu groß wird.
    Der Hund sollte in der Zeit der Behandlung tierärztlich überwachst werden. Als Prophylaxe thrombotisch-embolischer Komplikationen wird eine Woche vor bis 4 Wochen nach der Behandlung Aspirin in einer Dosierung von 3 mg/kg KGW jeden 2. Tag verabreicht.
  • 3. Die Endphase besteht in einer Verabreichung von einem Medikament, welches zu einer Auscheidung der Mikrofilarien füht. Mögliche Medikamente sind Ivermectin (HeartGard® - 0.1 mg/kg KGW s.c. als einmalige Injektion) oder Mibemycin oxime (Interceptorn). Die Therapie sollte 3-4 Wochen nach der zweiten Phasen beginnen. Nach weiteren drei Wochen muss eine Kontrolle der Mikrofilarien durchgeführt werden. Falls noch welche vorhanden sind, muss die 3. Phase wiederholt werden. Nach drei Wochen dann erneute Untersuchung und falls hier immer noch Mirkofilarien gefunden werden, muss man auch von nicht abgetöteten Makrofilarien ausgehen und somit die 2. und 3. Phase wiederholen. Sind im Blut keine Mikofilarien mehr zu finden, kann gegebenenfalls mit einer vorbeugenden Behandlung begonnen werden.

Die Vorbeugungsmassnahmen sind nur für die befallenen Gegenden notwendig und bestehen aus einer monatlichen Gabe von Ivermectin (Heartgard 30 ® - 0.006 mg/kg KGW s.c. alle 4 Wochen),Melbemycin-Produkten, oder aus der Gabe von einem Spot-On Produkt (Stronghold, alle vier Wochen). Diese Medikamente sind jedoch für Collies und Bobtails nicht geeignet. Fragen Sie bitte hierzu ihren Tierarzt!

Und nun noch kurz in Stichworten zu Dipetalonema reconditum:

Bilder Bilder

Hier sieht man links Dipetalonema reconditum und rechts Dirofilaria immitis im Vergleich.

Endwirt: Hund, Zwichenwirt: Flöhe (Ctenocephalides, Pulex), Zecken (Rhipicephalus sanguineus) und Läuse (Linognathus)

geographisches Vorkommen: USA, Afrika und Italien

Diagnose: Es ist wichtig diese Wurmart von Dirofilaria immitis zu unterscheiden. Sie sind wesentlich kleiner und schmaler als die Dirofilarien, ihr Körper ist kurviger.

Klinische Zeichen: Eigentlich sind die Dipetalonema nicht krankheitserregend, obwohl es zu klinische Zeichen wie eine Eosinophilie (erkennbar im Blut) und eine Proteinurie kommen kann. Es wird spekuliert, dass Dipetalonema den Verlauf einer Flohallergie-Dermatitis beeinflussen.

Behandlung: Ivermectin (0.25 mg/kg), Milbemycin

Die Informationen über diese letzte Wurmart sind hier oder auch auf dieser Homepage und zuletzt noch auf dieser nachzulesen.

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