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Liebe Hunde-Freunde!
Wenn Eurer Hund auch Borreliose hatte, würde ich mich sehr über einen weiteren Bericht freuen! Vielleicht
kann ja dem einen oder anderen auf diese Weise geholfen werden, denn der Verlauf ist ja nicht immer so, wie es im Lehrbuch steht.
Simone
Inhalt
Erfahrungsbericht von meinem Bernhardiner Oso
medizinische Informationen
Erfahrungsbericht über Oso
Mit acht Monaten begann Oso plötzlich zu lahmen. Erst habe ich
mir nichts dabei gedacht, da er erst wenige Wochen zuvor wegen eines isolierten Proc. anconeus operiert worden war.
Doch dann merkte ich, dass er mal links vorne und mal rechts humpelte. Er war auch öfters erkältet
(Fieber, geschwollene Lymphknoten) und wegen all der Probleme war ich mit ihm auch beim Tierarzt. Aber zu Beginn bekam er nur
für seine jeweiligen Beschwerden Medikamente und somit verschwanden die Symptome wieder.
Nach einigen Wochen wurde er dann aber auf Borreliose untersucht und sein Titer IgG-IFT stand bei 1:80 und IgM-IFT
bei 1:40. Weitere Blutuntersuchungen waren ebenfalls positiv. So hatte Oso also eine Borreliose. Er bekam das Antibiotikum
Synulox (Amocicillin + Clavulansäure). Leider wurde damit seine Symptomatik überhaupt nicht besser.
Er bekam also erneut Blut abgenommen und leider hatte sich sein Titer nicht geändert.
So stellte meine Tierärztin nach zwei Wochen seine Medikation auf ein Antibiotikum aus der Humanmedizin um.
Somit bekam meine armer Oso insgesamt vier Wochen Antibiotika. Aber mit dem neuen Medikament verschwanden seine
Beschwerden langsam, so dass er nach wenigen Wochen wieder richtig hergestellt war. Und auch seine Blutuntersuchungen
mit 12 Monaten ergaben Titer von unter 1:40. Somit ist er gesund geworden. Und auch Jahre später
hatte er keinerlei Beschwerden deswegen mehr!
medizinische Informationen
Der Erreger heißt Borrelia burgdorferi und gehört zu den
gramnegativen Schraubenbakterien. Da dieser empfindlich gegen Umwelteinflüsse ist, kann er nicht außerhalb seines
Wirtes beobachtet werden. Sein Hauptreservoir hat er bei Rotwild und kleinen wildlebenden Nagern, bei denen sich dann
die Zecken infizieren und den Erreger somit von Tier zu Tier bzw. auf den Menschen übertragen. Je nach Region
sind bis zu 30%, in wenigen Endemiegebieten mehr als 50% der Zecken mit B. burgdorferi infiziert. Es gibt verschiedene
Untergruppen der Bakterien, so dass man in Nordamerika nur eine Spezies dokumentiert (B. burgdorferi sensu stricto),während
in Europa B. b. garinii und afzelii vorherrschen. Das ist auch der Grund dafür, dass die aus den USA stammende
Impfung bei uns in der Kritik steht, da sie nicht unbedingt gegen die hier vorkommenden Erregerarten schützt.
Die Erkrankung kommt weltweit vor. In Deutschland kommt es beim Menschen zu ca. 60.000 jährlichen Neuerkrankungen.
Aber nicht jeder Zeckenbiss führt zu einer Infektion und auch nicht jede Infektion zur klinischen Manifestation.
Da die Borreliosen erst während der Blutmahlzeit der Zecke aus deren Mitteldarm in die Speicheldrüse gelangen,
steigt die Übertragungswahrscheinlichkeit nach 24 Stunden deutlich an, so dass eine frühzeitige Entfernung der
Zecken anzustreben ist.
In der Haut kommt es zunächst zu einer lokalen Ausbreitung der Erreger. So bildet sich nach wenigen Tagen bis zu
2 Wochen an der Einstichstelle eine ausgehende und in die Umgebung vordringende Hautrötung. Diese bildet sich meist
spontan zurück. Dieses erste Stadium kann folgenlos ausheilen,
oder aber zum Stadium 2 führen. Hier ist dann vornehmlich die Haut, das zentrale und periphere Nervensystem, das
Herz sowie der Bewegungsapparat betroffen. So kommt es häufig nach 1-16 Wochen zu ausstrahlenden Scherzen, v.a. nachts.
Es kann des weiteren zu Nervenausfällen und Meningitiszeichen kommen. Symptome seitens des Bewegungsapparates sind flüchtig,
d.h. es kommt zu wandernden, zum Teil heftigen und anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Auch ein deutliches
Krankheitsgefühl, geschwollene Lymphknoten und Fieber sind oft vorhanden.
Das chronische Krankheitsbild (Stadium 3) tritt Monate bis Jahre nach der Infektion in Erscheinung und ist vor allem durch
Haut- und rheumatologische Beschwerden gekennzeichnet. Die Labordiagnose beruht auf den Nachweis von spezifischen
Antikörpern. Die IgM-Titer sind 3-6 Wochen auch Krankheitsbeginn am höchsten, während der IgG-Titer nur langsam
ansteigt und erst Monate nach Krankheitsbeginn seinen Gipfel erreicht.
Mittel der Wahl sind ß-Laktamantibiotika und Tetracycline, mit Einschränkung auch Makrolide.
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