Symptome: Am Anfang leicht staksiger Gang, leichte Probleme beim
Aufstehen, später starke Probleme nach längerem liegen und beim Austehen, Katzenbuckel, Schmerzäusserung.
Nach kurzem Laufen aber wieder beschwerdefrei.
Diagnose von 3 Tierärzten (ohne Röntgenbild) :leichte bis mittlere Hd , abwarten bis er ausgewachsen ist und dann
vielleicht operieren (einer wollte operieren, 2 wollten es so lassen)
Im Dezember letzten Jahres dann Untersuchung an der Uniklinik Giessen.
Diagnose: Hüften sehen toll aus, aber am
Übergang zwischen Lenden- und Kreuzwirbeln ist eine Verschiebung sichtbar. Diagnose: Cauda Equina Syndrom.
Am 7.2 2002 OP-Termin in Giessen. Als erstes Narkose, dann Myelographie. Bei der Myelographie wird eine deutliche Einengung
des Rückenmarks sichtbar, OP wird direkt durchgeführt. Gemacht wird eine dorsale Laminektomie, ein Teil des
Wirbeldachs wird entfernt.
Merlin muss eine Nacht in der Klinik bleiben, am nächsten Morgen steht er von alleine auf und geht auch schon mit
einem Pfleger raus zum Pipi-machen.
Tja, jetzt ist er wieder zu Hause, die Wunde sieht schon recht gut aus. Angeblich ist ein grosser Teil der Hunde nach dieser
OP schmerzfrei.
medizinische Informationen
Das
Rückenmark und die Wirbelsäule sind in der Embryonalentwicklung anfangs gleich lang, so das jeder Nervenzweig
durch das auf gleicher Höhe befindliche Zwischenwirbelloch (Foramen Intervertebrale) austreten kann. Während der
Entwicklung nimmt die Wirbelsäule mehr an Länge zu als das Rückenmark. Die Nervenendigungen können
somit nicht mehr auf gleicher Höhe aus dem Wirbelkanal (Canalis Vertebralis) austreten. Vielmehr verlaufen Sie eine
Strecke in dem Wirbelkanal bis zu der entsprechenden Austrittstelle. Ab dem Ende des Rückenmarkes (Conus medullaris)
enthält der Wirbelkanal nur noch eine dichte Masse von nach hinten verlaufenden Nervenwurzeln, die wegen Ihrer
Ähnlichkeit mit einem Pferdeschwanz als Cauda Equina bezeichnet werden. Die untersten Wurzeln treten durch das Kreuzbein aus.
Somit lautet die Übersetzung von Cauda Equina Syndrom soviel wie "Pferdeschweifsyndrom". Die Erkrankung ist teilweise genetisch bedingt, kann aber durch
Leistungssport forciert werden. Mit ca. 3-5 Jahren tritt eine Absenkung des Kreuzbeines ein. Dadurch wird der Wirbelkanal immer mehr
eingeengt und so kommt es zu einem Druck auf die dort befindlichen Nervensträge.
Der Krankheitsverlauf ist langsam und zieht sich über Monate bis auch Jahre hin. Meist beginnt es , dass der Hund die Rute nicht mehr so hoch
trägt und sie schlaffer hängt. Zunehmend möchte das Tier dann nicht mehr springen und wird auch in
sonstigen Bewegungen vorsichtig. Der Hund bekommt stärker werdende Rücken- und Beinschmerzen. Es kann auch zu Blasen- und Mastdarmstörungen kommen,
meist handelt es sich dann aber um schmerzbedingte Blasenentleerungsstörungen. Ein besonderes Warnsymptom ist das plötzliche Verschwinden von zuvor heftigen Beinschmerzen
oft in Verbindung mit einer plötzlichen vollständigen schlaffen Lähmung eines Beines oder Fusses. Dies wird
dann als "Wurzeltod" bezeichnet und bedarf einer sofortigen Dekompression.
Um die Diagnose zu stellen bedarf es der Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese) und einer ausführlichen
klinisch-neurologische Untersuchung. In vielen Fällen kann der Arzt schon dann
mit großer Wahrscheinlichkeit feststellen, ob ein Cauda equina Syndrom vorliegt.
Eine Röntgenaufnahme, Kontrastmitteluntersuchung (Myelographie) oder eine Computertomographie (CT) sollten die
Diagnose bestätigen oder widerlegen.
Wenn die Diagnose sicher gestellt es, gilt dies als Notfallindikation zur Dekompression, d.h. zur Operation. Dabei wird
das Dach des Kreuzbeins wird entfernt (Laminektomie) und somit der Druck auf den Rückenmarkskanal entfernt.
Im weiteren Verlauf bildet sich hier eine bindegewebsartige Platte die das Rückenmark schützt. Ohne Dekompression kommt es zu einem
Absterben der Nervenwurzeln.
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