Atopie


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Atopie

Liebe Hunde-Freunde!

Wenn Eurer Hund auch unter einer Allergie leidet, würde ich mich sehr über einen weiteren Bericht freuen! Vielleicht kann ja dem einen oder anderen auf diese Weise geholfen werden, denn der Verlauf ist ja nicht immer so, wie es im Lehrbuch steht.

Simone

Inhalt

Erfahrungsbericht über JanoshJanosh

Krankenbericht über Golden Retriever Janosh of Remy Martin

Die Vorgeschichte:
Im Sommer 1999 im Alter von 8 Monaten tauchen erstmals Hautprobleme auf: kleine runde Erhebungen (im Bereich des Halses, des Rückens, des Unterbauchs und des Schwanzes), die nach kurzer Zeit blutig aufbrechen.

Zunächst wird ein Zusammenhang mit einem Schlammbad vermutet. Verabreichte Antibiotika bewirken keinen dauerhaften Erfolg. Den Urlaub verbringen wir an der holländischen Nordseeküste in der Hoffnung, dass regelmäßiges Schwimmen im Salzwasser Heilung bringen wird. Der Zustand ist jedoch unverändert.

Beim Besuch in einer Tierklinik wird erstmals von einer möglichen Allergie gesprochen, deren Ursachenfindung aber ausgesprochen aufwendig und kompliziert sei. "Kommissar Zufall" hilft uns weiter, als wir mit einer Hundebesitzerin ins Gespräch kommen, bei deren Hund (Rhodesian Ridgeback) sich eine Futtermittel-Allergie ähnlich äußerte. Der Hund war beschwerdefrei bei Futtermitteln mit einem Rohproteingehalt von unter 20%. Bei Verwendung des gleichen Futters (Recipe, Lamb & Rice) - nach wenigen Tagen verschwanden die Entzündungsstellen ohne jegliche Medikamentengabe. Bei dem Versuch eines Wechsels zu einem anderen Futtermittel mit höherem Rohproteingehalt ca. 3/4 Jahr später erschienen wenige Wochen später wieder die ersten Stellen. Deshalb wurde seither Trockenfutter mit einem geringen Rohproteingehalt gefüttert. Seit Anfang 2002 Umstellung von Recipe auf Nutro Choice (Lamb & Rice) mit 15% Rohprotein, da Recipe auf dem deutschen Markt nicht mehr verfügbar war.

Das aktuelle Problem:
Bilder Als begeisterte Skandinavienurlauber standen wir jeden Sommer vor dem gleichen Problem: (siehe auch Fotos!)
nach ca. 4 Tagen begeistertem Baden im Binnensee (3 verschiedene Seen in Schweden und Finnland) entstanden bei Janosh juckende, nässende Hautstellen, vornehmlich in den Bereichen Kopf, Hals und Schwanzansatz. An einem Futterwechsel konnte es nicht liegen - wir hatten immer einen ausreichenden Vorrat seines rohproteinreduzierten Futters mit in den Urlaub genommen. Mit aufzutragende Lösungen mit antibiotischen Komponenten aus unserer Reiseapotheke konnten wir die Ausbreitung dieser Stellen nur ansatzweise in den Griff bekommen, meist sprachen wir ein befristetes Badeverbot aus. Im Juni/Juli 2002 traf es Janosh besonders hart und ein Tierarztbesuch vor Ort war unvermeidlich. Die betroffenen Hautstellen an Kopf, Hals und Schwanzansatz (orangerot verfärbt und nässend) wurden komplett geschoren und ein absolutes Badeverbot erteilt. Folgende Medikamentierung wurde angeordnet: 2 x täglich 1,5 Tabletten Kefalex (Fa. Merck) über 10 Tage, 2-3 x täglich Dermacool-Spray (Fa. Virbac). Von der Verwendung des Dermacool-Sprays mussten wir zumindest am Schwanzansatz absehen, da es ganz offensichtlich zu schmerzhaft für Janosh war. Wir kühlten diese Partie zur Linderung mit kalten Umschlägen, was ihm eine gewisse Erleichterung brachte. Insgesamt ging es Janosh die ersten drei Tage ausgesprochen schlecht.

BilderDoch bereits nach diesen drei Tagen stellte sich eine deutliche Besserung ein: die betroffene Haut wurde blasser, es bildeten sich erste Krusten. Damit einher ging auch eine Verbesserung des Allgemeinbefindens.

Zurück in Deutschland wollten wir nun endlich die genaue Ursache herausfinden, um unserem Golden Retriever zukünftig Badegenuss ohne Gesundheitsprobleme und ohne Antibiotika zu ermöglichen. Über einen Hilferuf im Internet erhielten wir den Hinweis auf eine Düsseldorfer Tierärztin (Name und Adresse nennen wir Interessierten natürlich gern), die sich speziell mit dermatologischen Problemen befasst. Am 30.7.2002 stellten wir Janosh dort vor.

Da die betroffenen Hautbereiche zwischenzeitlich wieder völlig ausgeheilt waren, erübrigte sich die Entnahme von Haut- und Blutproben. Die detaillierten Fotos aus der akuten Krankheitszeit waren jedoch sehr hilfreich.

Zunächst wurde ein klassischer "Hot Spot" ausgeschlossen. Bei einem "Hot Spot" ist zunächst ein zentraler Fleck vorhanden, der dann schnell größer wird. In Janoshs Fall waren es jedoch viele, kleine Stellen, aus denen später eine große betroffene Fläche entstand.

Da Janosh bekanntermaßen sensibel auf einen hohen Anteil an Rohprotein im (Trocken)Futter reagiert, wurde zunächst eingehend beleuchtet, wie das tägliche Futter zusammengesetzt ist. Wir verwendeten ja bisher Trockenfutter mit 15% Rohproteinanteil, dazu jedoch einige Ergänzungsfuttermittel, u.a. ein Präparat zur Stärkung von Sehnen und Bändern, das einen hohen Anteil an Muschel- und Algenextrakt beinhaltet (incl. 32% Rohprotein). Hierin könnte der erste Auslöser zu sehen sein: wenn Janosh's Körper auch im Normalfall die Fütterung dieses Stoffes gerade so verkraften kann, könnte ein zusätzlicher äußerlicher Kontakt mit Muscheln, Algen und Wasserpflanzen im Binnensee "das Fass zum Überlaufen" bringen. Die durch diese Allergieform in Mitleidenschaft gezogene Haut ist dann nicht mehr in der Lage, im Seewasser vorhandene Bakterien abzuwehren und am Eindringen zu hindern. In Betracht kommen im Fall der naturbelassenen skandinavischen Seen Bakterien aus den Ausscheidungen von Wildwasservögeln, sprich Entenkot. Dazu ist zu anzumerken, dass die Holzstege, die in die Seen führen, nachts von den Enten gern als sicherer Rast- und Ruheplatz genutzt werden. Die Bakterien befinden sich hauptsächlich an der Wasseroberfläche, was auch mit den betroffenen Hautstellen von Janosh übereinstimmt (Kopfbereich, Kehle, Schwanzansatz).

Die Therapie
Nun kann man ja einen natürlichen Binnensee nicht "sterilisieren". Was also kann man in Janosh's Fall tun?
Futterumstellung
Für Janosh wird ab sofort selbst gekocht! Das Futter besteht aus Fleisch, gekochten Kartoffeln und 2 EL Mineralfutter. Diese Mineralfutterergänzung besteht aus chemisch reinen Mineralstoffverbindungen (ohne weitere Zusatzstoffe) und enthält Calcium, Phosphor, Natrium, Magnesium, Zink, Eisen und Jod. Dadurch wird Janosh zumindest "innerlich" allergiefrei ernährt, was seine Abwehrkräfte gegen allergieauslösende Stoffe von außen stärkt. (Anmerkung: Janosh ist völlig begeistert von diesem Futter!)

Baderegeln
Nach dem Bad im See wird Janosh zukünftig sofort mit Leitungs- resp. Quellwasser sorgfältig abgeduscht, evtl. unter Verwendung eines medizinischen Shampoos.

Im Falle eines Falles
Sollten sich im nächsten Urlaub (entgegen unseren Hoffnungen und Erwartungen) doch wieder Hautprobleme abzeichnen, werden wir beim ersten Anzeichen einen dermatologisch spezialisierten Tierarzt im Land aufsuchen, der in dem akuten Fall die entsprechenden Haut- und Blutuntersuchungen durchführen kann. Mit entsprechenden Kontaktadressen sind wir jetzt ausgerüstet.

Erfahrungsbericht über DonnaDonna

Krankenbericht über Bullterrier Donna

Wir haben eine fünfjährige Bullterrier Hündin namens Donna. Wir kauften sie vor drei Jahren bei einem wirklich schlechten Züchter. Als wir sie sahen bekamen wir einfach Mitleid mit Donna und mussten sie da raus holen. Die sogenannten Züchter hatten zwar ein Haus, dieses aber mitten in der Stadt. Die Hunde (1 Rüde, 3 Hündinnen) kannten nur den Garten, mehr nicht. Wenn es den beiden zuviel wurde, kamen die Hunde in Transportboxen. Donna konnte nicht an der Leine laufen und hatte Angst vor ihrer gesamten Umwelt.

Auch ihr Gesundheitszustand war grauenhaft. Die Tierärztin stellte auf beiden Seiten eine schwere Ohrenentzündung fest, zudem hatte Donna einen Nabelbruch, eine Gebärmutterentzündung und Milbenbefall. Zudem hatte Sie 32 kg Gewicht, was viel zu viel war. Das alles war aber nicht genug, denn Donna zeigte die gleichen Symptome wie Janosh (siehe Bericht oben). Zu Beginn dachten wir, dass die Hautprobleme sich legen würden, wenn ihre weiteren Krankheiten bekämpft wären.

Leider war dem nicht so. In regelmässigen Abständen kommt es wie ein böser Geist über Nacht. Meistens sind dann die Hautprobleme mit einer Ohrenentzündung kombiniert. Allergietests, Blutuntersuchungen, eine gesunde Ernährung (Donna frisst sehr viel Obst und Gemüse), bzw. auch eine Futterumstellung, genügend Auslauf und ein intaktes Umfeld brachten weder neue Erkenntnisse, noch Besserung. Vor zwei Wochen gingen wir dann das Problem richtig massiv an. Donna erhielt diesmal ein Cortison-Depot. Zudem werden ihre entzündeten Hautpartien mit Prurivet-Solution behandelt (dies stillt den Juckreiz). Des weiteren bekommt sie noch ein Antibiotika (Cefaseptin). Baden, Schlamm, auch von mit Gülle gedüngten Wiesen und eventuell auch von Kunstdünger muß sie ferngehalten werden. Momentan haben wir durch die Radikalkur die Krankheit im Griff. Die Frage ist aber, wie lange, denn leider helfen die Mittel immer weniger und man braucht mittlerweile drei oder vier Arzneien gleichzeitig. Donna hat das ganze Jahr hindurch Haarwechsel.

Erfahrungsbericht über Cera Cera

Krankenbericht über Neufundländerhündin Cera von den Drömlingsbären


Meine Neufundländerhündin, 6 Jahre, reagiert allergisch auf Hausstaubmilben u. Lagermilben. Dies wurde durch Allergietests festgestellt. Im Alter von ca. 1 Jahr fing es an, sie kratzte sich stark. Später war ihr ganzer Rücken voller Ekzeme, teilweise auch der Bauch und die Innenschenkel. Außerdem hatte sie wenig und auch schlechtes Fell. Sie bekam jeden 2.Tag Cortison. Da dieses aber auch starke Nebenwirkungen hat, wie zum Beispiel Nierenschaden, probierten wir es mit einer Eigenblutbehandlung (2mal), die leider nichts brachte. Danach versuchten wir es mit der Magnetfeldtherapie, die auch keine Besserung brachte. Shampoos (Allercalm) halfen auch nicht.

Erst eine Futterumstellung brachte Erfolge. Cera bekam am Anfang Bosch-Trockenfutter (das halte ich aber nicht für empfehlenswert - auch von anderen Hundebesitzern habe ich schon negatives gehört). Danach haben wir ihr ein Trockenfutter (Canine Selected Protein Capelin+Tapioca) gegeben, welches man nur beimTierarzt bekommen kann. Daraufhin verbesserte sich ihr Zustand deutlich. Ich habe dann aber ein Futter gefunden, welches ich noch besser fand und welches ich auch als einziges für Hunde mit Allergien empfehlen würde. Es heißt California Natural, kommt aus Amerika und enthält Lammfleisch, Reis und Sonnenblumenöl. Man bekommt es bei der Fa. Schmidt GmbH (die auch kostenlose Proben verschicken).

Mittlerweile bin ich aber auf Frischfutter umgestiegen, da es einfach am besten ist. Ich habe mich informiert und rausgefunden, dass Tierfutter oft schädliche Stoffe enthält. Zum Beispiel werden Konservierungsmittel verwendet, die Gesundheitsschädigend sind (u.a. Krebs verursachen usw.). Ich gebe kein Fertigfutter mehr (abgesehen von California Natural) und ich denke, dass meinen Hund sicherlich einiges erspart geblieben wäre, wenn ich das von Anfang an so gemacht hätte. Wenn in einen Futter steht, es enthalte Fleischnebenprodukte, bedeutet es Abfälle, es könen auch Säugetiere dabei sein (wie Hunde).Wenn Fleisch drauf steht, ist es auch hochwertiges Fleisch. Ich füttere selbst zubereitetes. Man kann sich von der TÄ Hochschule Hannover einen Ernährungsplan zusammenstellen lassen, das kostet ca. 25 Euro. Das kann ich auf jedem Fall empfehlen und man macht somit nichts falsch.

Wir haben in unserer Wohnung auch keinen Teppich mehr, da es für Cera mit ihrer Hausstaubmilbenallergie nicht möglich ist. Ich hatte zudem einen Luftreiniger, der auch sehr nützlich war für Tier und Mensch. Man sieht jedenfalls beim Filter wechseln, was er so alles rausfiltert (eine Menge Schmutz). Damit Cera nicht nur auf dem Boden liegen muß, habe ich Decken gekauft die man bei 95°C waschen kann. So klappt es ganz gut und der Juckreiz ist dadurch nicht schlimmer geworden.
Viele Grüße Katrin

 

medizinische Informationen

Hautpatienten mit Juckreiz

Ich habe mir einige Gedanken gemacht, über was ich hier genau berichten soll? Nur über Allergien oder über Juckreiz oder...?! Ich möchte nun schreiben, wie die Stufendiagnostik bei einem Hund mit Juckreiz an der Haut aussehen sollte. Es werden also verschiedenste Ursachen zumindest kurz angesprochen. Allergien zeigen sich bei 70 % der Hunde im Alter von 1-3 Jahren und dann wieder vermehrt bei Hunden ab 8 Jahren Generell ist zu sagen, dass die Abklärung dermatologischer Probleme viel Zeit erfordert. Stufenweise müssen mögliche Differentialdiagnosen ausgeschlossen werden, um letztendlich durch deren Ausschluss zu der Diagnose Atopie (Allergie) zu kommen.

Stufenplan:

Stufe 1, Anamnese
Als erstes sollte eine genaue Anamnese des Hundes stattfinden. Auch die Rasse ist hier nicht unwichtig, da es auch Rasse-spezifische Erkrankungen gibt. So sind z.B. der West-Highland-White-Terrier, Cairn- und Foxterrier, Scotch- und Boston-Terrier, Lhasa Apso, Dalmatiner, Boxer, Mops, Irish Setter, Retriever, Schäferhund, Labrador, Bullterrier und Chow-Chow häufig betroffenen Rassen. Wichtig ist auch, dass man die Art und Dauer der Symptome genau erklärt. Leidet der Hund vielleicht nur saisonal über die Probleme? Welches Futter frisst das Tier, wie alt ist es, wurde der Hund schon vorbehandelt? Z.B. kann die Behandlung mit Kortikoiden einen kaschierenden und entfremdenden Einfluss auf die Diagnostik ausüben und sollten zur Diagnostik besser ausschleichend abgesetzt werden. Gibt es in der Verwandtschaft des Hundes ähnliche Fälle? Leidet der Hund unter zusätzlicher Ohr- oder Augenentzündung oder unter Asthma?

Stufe 2, infektiöse Ursachen, Futtermittelallergie
Als nächstes sollten infektiöse Ursachen ausgeschlossen werden. Der Hund sollte auf Ektoparasiten untersucht werden. Eine häufige Ursache für Juckreiz ist und bleibt der Flohbefall. Auch Milbenbefall u.ä. kommt vor. Um die betroffene Hautstelle auf Bakterien zu untersuchen, sollte ein Abstrich des Pustelinhaltes erfolgen. Auch Pilze müssen ausgeschlossen werden. Hierzu wird auch ein Abstrich genommen und dieser wird dann in eine Kultur (mind. 3 Wochen) angelegt Um auch eine Futtermittelallergie zu untersuchen, sollte der Hund über einen Zeitraum von 8-10 Wochen eine spezielle Diät erhalten. Als Kohlenhydrate werden Kartoffeln, als Eiweißquelle je nach Möglichkeit Pferdefleisch, Fisch oder Geflügel empfohlen. Die Diagnose gilt erst als bestätigt, wenn durch die Rückkehr zum vorhergesehenen Futter die Symptomatik erneut ausgelöst wird. Leider bietet Medpharm keinen Test für Futtermittel ab, weil die verfügbaren Tests bei klinisch diagnostizierten Futtermittel-Allergikern die bestehende Sensibilisierung nicht aufzeigen konnten.

Stufe 3 - Hautbiopsie
Als dritte Untersuchung werden 2-3 Hautstanzen aus dem erkrankten Bereich entnommen und histologisch untersucht. Der Histologe kann verschiedenen Zuordnungsbereiche erkennen und dadurch z.B. unter einer Pyodermie noch die allergische Reaktion sehen oder bei Nachweis von Haargranulomen gleichzeitig vorliegende Hefepilzerkrankungen erkennen.

Stufe 4 - Endokrine Störungen>/br> Als Viertes muß man hormonelle Erkrankungen, sogenannte Endokrinopathien, ausschließen. Mögliche Ursachen könnten Störungen der Schilddrüse, der Nebenniere und der Sexualhormone sein. Leider würde es den Rahmen sprengen, wenn ich auf alle Endokrinopathien ausführlich eingehen würde. Gerade bei älteren Hunden sollte aber an diese gedacht werden. Sie verlaufen zunächst ohne Juckreiz. Durch die Veränderung der Haut entstehen jedoch sekundäre Pyodermien mit Juckreiz. Oft werden die Hunde erst zu diesem Zeitpunkt dem Tierarzt vorgestellt.

Stufe 5 - Allergietest
Zu letzt kann noch ein Allergietest vorgenommen werden. Der Test untersucht im allgemeinen die Sensibilisierung gegenüber 21 saisonalen und ganzjährigen Allergenen. Allergietests werden jedoch nicht häufig durchgeführt, denn zum einen sind die notwendigen Allergene sehr teuer, zum anderen braucht es zur Interpretation der Ergebnisse einen erfahrenen Arzt. Bei manchen Allergenpräparationen kann es auch zu falsch positiven Ergebnissen kommen. Allergietests sind nicht geeignet, eine Atopie (=Allergie) von pruritischen Hauterkrankungen anderer Herkunft zu unterscheiden. So werden sie erst dann eingesetzt, wenn die klinische Diagnose oder der begründete Verdacht Atopie bereits gestellt wurde.

Mögliche Therapien bei einer Atopie wäen:
Allergenlösung durch Hyposensibilisierung: eine Immuntherapie ist eine erfolgreiche und kosteneffektive Therapie. Die Zusammensetzung der Allergenlösung ist für jeden Hund spezifisch und basiert auf dem Ergebnis des Allergietestes, der Anamnese und des klinischen Bildes. Über die Wirkungsweise der Hyposensibilisierung gibt es viele Theorien. Nachweisbar wird die Immunreaktion unterdrückt und die Freisetzung bestimmter Botenstoffe, sowie die Produktion von Interferon in T-Zellen gesteigert. Studien über den Erfolg dieser Therapie lagen zwischen 52 % und 96%.

Zusätzlich sollten ergänzende Maßnahmen durchgeführt werden. Es gibt verschiedene Ergänzungsfuttermittel (mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen v.a. essentielle Fettsäuren, Kieselsäure- und Hefepräparate). Um auf der durch die Allergie geschädigten Haut die Gefahr einer Sekundärinfektion durch Pilze und Bakterien zu minimieren, empfiehlt sich eine Badebehandlung. Lokal kann die Haut mit z.B. Kamilloplantlösung, Wundbalsam, Heilsalbe, Benadryl-Lotion und ähnlichem therapiert werden. Kortikoidfreie Lösungen sollten bevorzugt werden. Es kann auch eine Eigenblutbehandlung durchgeführt werden.

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