Hautprobleme - Impfschaden?


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Hautprobleme - Impfschaden?

Liebe Hunde-Freunde!

Da bei Xena bislang leider Diagnose gestellt werden konnte, ist es füre mich schwierig medizinische Informationen zu geben. Somit findet Ihr hier jetzt erst einmal einige der Angaben über Hautprobleme (seht dazu bitte auch dem Punkt "Atopie"). Ich werde mich auch noch über Impfschäden informieren, dies wird aber noch eine Weile dauern. Wenn Eurer Hund ähnliches erlebt hat wie Xena, dann meldet Euch doch bitte bei mir.

Simone

Inhalt

Erfahrungsbericht über XenaXena

Krankenbericht über Golden Retriever Xena

Mit knapp fünf Monaten begann Xenas Krankheitsbild (Herbst 2002). Von diesem werde ich nun berichten. Xena`s Wurfgeschwister habe ich zum Teil gesehen, auch Halbgeschwister aus früheren Würfen, und verwandte Hunde aus gleicher Zucht waren stets gesund und munter.

Mehrere Tierärzte und Homöopaten vermuten, dass die Impfung der Auslöser für den teilweisen Zusammenbruch ihres Immunsystems, gekoppelt mit einem evtl. angeborenem Defekt desselbigen, ist.

Nun aber vom Anfang an:
Als ich Xena kurz vor Ostern 2002 bei ihren Züchtern abholte, war sie bereits gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Parvovirose vorgeimpft. Am 11. Juni 2002 ließ ich sie nachimpfen. Diesmal kam zusätzlich die Tollwutimpfung mit dazu. Die Grundimmunisierung war damit abgeschlossen. Etwa drei Wochen später bemerkte ich eine kahle runde ca. 8mm große Stelle an ihrer Schnauze. Nach Absprache mit dem Tierarzt gab ich eine " Pilzcreme" darauf. Die Stelle verschwand nach kurzer Zeit. Ich achtete nicht weiter darauf. Etwa zwei Wochen später bekam sie erneut einen kahlen runden Fleck an einer anderen Stelle an der Schnauze. Auch da machte ich wieder die Creme drauf. Die Stelle verschwand nach kurzer Zeit. Wieder etwa zwei Wochen später hatte sie fast über Nacht mehrere kahle kleine runden Stellen um die Augen und eine Augenentzündung. Ich fand es zwar sehr nervig, machte mir aber keine Sorgen sondern besorgte bei meinem Tierarzt eine Augensalbe und nochmals Pilzcreme. Die Entzündung der Augen wurde etwas besser, verschwand aber nicht vollständig. Die kahlen Stellen waren diesmal sehr hartnäckig, sprachen nur zum Teil auf die Behandlung an. Xena`s Fell wurde um die Augen herum immer schütterer und die Haut verfärbte sich an den kahlen Stellen dunkel.

Die Krankheit nahm ihren Lauf......

Bei einem erneuten Tierarztbesuch, diesmal mit Hund, bekam Xena die Diagnose Milben und dementsprechend wurde sie auch behandelt. Eine Milbenspritze pro Woche, vier Wochen lang. Dann würde der Spuk vorbei sein. Mit der ersten Spritze würde keine wesentliche Besserung auftreten aber ab der zweiten sei dann mit einer deutlichen Verbesserung zu rechnen. Ungewöhnlich war für die Tierärztin der starke Juckreiz des Hundes. Nach der ersten Spritze passierte tatsächlich nichts. Nun, davon wußte ich. Die zweite Spritze folgte und ich glaubte zu bemerken, wie sich der Zustand des Hundes verschlechterte. Leider hatte ich seit geraumer Zeit keine Bilder mehr von Xena gemacht, was sich inzwischen als großer Fehler herausstellte. Ich war leicht verunsichert. Die Hündin wirkte noch kahler im Gesicht und der Juckreiz schien schlimmer. Die Tierärztin war beim dritten Besuch vom Erfolg begeistert und verwarf meine Bedenken. Xena bekam ihre dritte Spritze. Nach zwei Tagen wurde alles rasant schlimmer. Der Hund kratzte sich fast das ganze Gesicht blutig. Xena konnte ich nur mit äußerster Härte davon abhalten, sich ständig zu kratzen. Ich selbst wurde krank, somit fiel Xenas vierte Spritze aus. Das Kratzen ließ immer mehr nach. Die meisten Stellen heilten ab, die Haut verfärbte sich aber dunkel ,und blieb kahl und runzelig. Die Augenentzündung wurde wieder schlimmer. Etwa eine Woche später hatte der Hund keinen Juckreiz mehr im Gesicht. Durch die Augensalbe war die Entzündung nur leicht vorhanden.

Zwei weitere Augensalben probierte ich noch, ohne wesentlichen Erfolg. Dann stieg ich auf ein homöopatisches Mittel (Euphrasia-Tropfen, also Augentrost) um. Die erwartete Erstverschlimmerung blieb aus. Stattdessen waren die Augen nun komplett zugeschwollen und eitrig. Es bildeten sich sogenannte Rolllieder. Auf ihre kahlen Stellen im Gesicht trug ich nun mehrfach täglich Mirfulansalbe auf. Zwar heilten die Borken gut ab, aber mehr tat sich nicht und sie kratzte sich weiterhin auf. Es war inzwischen September geworden und das Wetter trug ein übriges dazu bei, dass das Gelände, auf dem wir leben, immer matschiger wurde. Xena begann wieder, sich im Gesicht verstärkt zu kratzen und durch den Matsch an ihren Pfoten verschlimmerte sich ihr Zustand zusehendst. Am Körper hatte sie nun ebenfalls mehrere kreisrunde, borkige etwa fünfmarkstückgroße Stellen. Es trat ein merkwürdig stinkendes Sekret aus. Sie kratzte sich nun überall am Körper. Obwohl sie gut fraß, nahm sie erschreckend ab.

Ich beratschlagte mit ihren Züchtern das Problem und entschloss mich schließlich, nachdem mehrere Bäder mit Sebacil und erneute Dectomax - Spritzen gegen Milben erfolglos waren, sie zur weiteren Behandlung im Oktober zu ihnen zu bringen. Ihr Zustand hatte sich nach der Behandlung mit Dectomax genauso verschlimmert, wie nach den ersten Spritzen, nur dass sie diesmal auch noch sehr stark an Gewicht verloren hatte und ein wandelndes Gerippe war. Ihr Appetit war groß und sie spielte weiterhin mit unseren anderen Hunden.

Dort wurde sie dann mehrere Wochen lang wöchentlich mehrfach mit Alugan gebadet, bekam ein "Spot on" (Stronghold) und einmal pro Woche eine Spritze gegen Milben (Dectomax). Nach ca. 4 Wochen wurde sie noch zusätzlich mit Cortison behandelt (Dexamethason - Tabletten) damit der Juckreiz nachlässt und somit der Kragen entfernt werden konnte. Irgendwie sah sie zwar jedesmal anders aus, wenn ich sie besuchte, aber so richtig heilen wollte ihre Haut nicht. Die wunden, stinkenden Stellen auf der Haut nahmen anfänglich zu und es bildeten sich gelbe, sandartige, nicht nach Eiter riechende, stinkige Ablagerungen an diesen Stellen. Der ganze Hund stank! Auffällig war, dass die Ohrinnenseite stark gerötet war. Wir vermuteten aber, dass der Kragen, den sie trug, daran Schuld war. Nach zwei/drei Wochen verbesserte sich ihr Zustand und die Stellen auf der Haut verschwanden. Das Gesicht war mal besser, mal schlechter. Ein wirklicher Grund dafür konnte nicht gefunden werden.

Anfang Dezember entschloss ich mich mit den Züchtern, eine Behandlung mit Stutenmilch zu probieren. Das Cortisenpräparat wurde ausgeschlichen, sämtliche anderen Mittel abgesetzt. Xena sollte nun anfänglich einen halben Liter Stutenmilch täglich trinken und ihre wunden, aufgekratzten Stellen auf der Haut wurden nun mehrfach täglich mit Stutenmilchcreme behandelt. Innerhalb von 24 Stunden wurden ihre geröteten Ohrinnenseiten endlich normal rosig. Die Stellen auf der Haut heilten gut ab. Wegen eines Krankenhausaufenthaltes Anfang Dezember meinerseits lies ich den Hund noch eine weitere Woche bei den Züchtern. Am 13. Dez. 2002 holte ich sie nach Hause, obwohl sich in der einen Woche ihr Gesicht wieder total verschlimmert hatte und die Ohrinnenseiten wieder knallrot waren. Der Juckreiz am Körper war weiterhin vorhanden.

Xena

Xena bekam weiterhin die Stutenmilch, erbrach sich aber am ersten Tag zu Hause davon und war danach nicht mehr dazu zu bringen Stutenmilch zu trinken. Ein Untermischen unter die Nahrung wurde von ihr sofort bemerkt und selbige verweigert. (Bislang hatte sie bei den Züchtern nur frisches Rindfleisch mit Reisflocken bekommen. Um eine Nahrungsmittelallergie auszuschließen, bekam sie bei mir Fisch mit gekochten Kartoffeln, was sie vorher noch nie bekommen hatte und gierig hinunterschlang.)

Somit setzte Xena die Behandlung mit der Stutenmilch selbst ab. Die Borken in ihrem Gesicht sprachen bei mir auch nicht auf die Behandlung mit Stutenmilchcreme an. Es wurde schlimmer und der Juckreiz nahm zu. Ich ging zu einem weiteren Tierarzt, der auch homöopatisch behandelt. Er stellte bei ihr einen starken Befall mit Hautpilz fest, den er aber nicht direkt behandeln wollte. Stattdessen bekam Xena eine Eigenbluttherapie. Der Juckreiz verstärkte sich langsam aber stetig und nach etwa einer Woche riss sie sich mit den Zähnen das Fell am Körper aus und kratzte sich die Haut blutig, wann immer sie unbeobachtet war. Ich badete sie nun fast täglich mit gutem Imkerhonig, manchmal rieb ich sie auch mit einem Pfund Honig ein. Die Rötung auf der Haut verschwand, aber nicht der Juckreiz. Nach einer Woche badete ich sie zusätzlich in einer schwachen Meersalz-Lösung. Das nahm ihr wenigstens etwas den Juckreiz. Ebenfalls machte ich Imkerhonig in ihre Augen und Ohren. Die Entzündungen in Augen und Ohren gingen tatsächlich stark zurück und das Gewebe rund um die Augen schwoll ab. (Honig tötet für gewöhnlich Pilzsporen und manche Bakterien ab.) Die Behandlung der Augen mit Honig war sehr erfolgreich, leider nahm der Juckreiz an ihrem Körper nicht ab. Ich war mittlerweile völlig entnervt!

Da der Hund immer mehr an Gewicht verlor und das bißchen Fell, dass ihr noch geblieben war, hart und stumpf wurde, gab ich die Fischdiät nach zwei Wochen auf und fütterte Fleisch pur, später dann Fleisch mit Flocken. Die Futterumstellung schien keinen Einfluss auf ihr Krankheitsbild zu haben. Ebenfalls wollte ich auch keine weitere homöopatische Behandlung, die der Tierarzt hartnäckig vorschlug, denn ich konnte ihren Zustand einfach nicht mehr mit ansehen. Deshalb entschloss ich mich, ihr wieder Cortison zu geben.

Die aufgekratzten Stellen im Gesicht waren bereits größtenteils verheilt, aber die Haut noch immer dunkel verfärbt (Ende Dez. 2002)

Im Februar 2003 besuchte ich einen neuen Tierarzt. Dieser wollte nun endlich genauere Untersuchungen vornehmen und entnahm eine Hautbiopsie. Eine Blutuntersuchung lehnte leider auch diese Tierärztin ab. Leider ergab die Biopsie nichts. Weder Demodex noch Sarkoptesmilben sind nachweisbar. Keine Autoimmunerkrankung, auch keine Allergie. Bakterien, Pilze und Hefen tummeln sich nicht auf Xena`s Haut. (Einen Impfschaden schließt sie hinter vorgehaltener Hand nicht aus.) Die Tierärztin will es mit Antibiotika, Cortison und einer Waschung gegen Pilze versuchen. Für mich eine verzweifelte Handlung. Schließlich steht sie dem "Nichts" gegenüber. Aber womit behandelt man das "Nichts" ?

Es war ganz merkwürdig. Erstmal habe ich jede Behandlung an dem Hund abgebrochen und war völlig frustriert. Wegen der schweren Erkrankung meines Mannes war ich anderweitig ganz schön eingespannt........

Fast jeden Tag ließ ich sie (ab Mitte April) in dem See baden, der gleich an unser Grundstück anschließt - entgegen tierärztlichen Rat. Da Xena gerne taucht, hat sie ihre Augen dabei immer freigespült. Durch das Bad wurde ihre gereizte Haut gekühlt und schwoll ab. Was mich eigentlich wundert, da dieser See eine wahre Dreckbrühe ist! Jedenfalls war innerhalb einer Woche der Juckreiz merklich abgeschwächt und die Augenlider nicht mehr nach innen gerollt. Und dann das Merkwürdige Anfang Mai: Die Krankheit "wuchs" langsam die Beine hinunter bis zu den Pfoten und am Schwanz Richtung Spitze raus. Am Kopf war es weiterhin hartnäckig aber ich merkte, wie auch dort langsam eine deutliche Besserung eintrat. Am restlichen Körper verschwanden die gereizten Hautstellen gleichzeitig vom Zentrum zu den Extremitäten sozusagen. Am Kopf hat sie im Vergleich zu früher nur noch leichte wunde Stellen, einfach weil ja die Haut und das Fell lange brauchen, bis sie sich erholt haben. Im Prinzip verläuft jetzt alles, als würde man ihre Erkrankung rückwärts abspulen.

Am 11.Juni hätte ich sie eigentlich wieder impfen lassen sollen. (Jahresimpfung) Ich werde es tunlichst unterlassen. Interessant ist noch, dass die Impfung gegen Leptospirose nur ein halbes Jahr voll wirksam ist und nur maximal ein knappes Jahr anhält...............Ob da ein Zusammenhang besteht?

Bericht vom Juli 2003
Seit dem 15. Juli ist Xena läufig. Anfänglich war ich mir nicht sicher, aber jetzt ist es sehr auffällig: Xena kratzt sich wieder vermehrt. Ihre Haut ist knallrot und sie hat auf der Kruppe wieder mehrere fünfmarkstückgroße eitrige Stellen. An den Fersen ist die Haut wieder dick angeschwollen. Sie ist weiterhin munter. Noch hat sie sich nicht im Gesicht aufgekratzt und es hält sich für ihre Verhältnisse alles im Rahmen. Vorerst habe ich sie mit normalem Hundeschampoo gebadet und hoffe, daß es nur am Dreck lag. Ihr Fell ist noch nicht besonders gut gefettet, deshalb verschmutzt es sehr schnell. .

Bericht von Anfang August 2003
Xenas Läufigkeit ist fast vorbei. Sie kratzt sich kaum noch, obwohl sie sich zwischenzeitlich ein Flohproblem zugezogen hatte. Ihr Fell wächst weiter aber ist nicht richtig eingefettet und immer noch sehr hart. Die Haare um die Augen herum tun sich allerdings etwas schwer mit dem Nachwachsen. Wenn ich sie für ein paar Tage nicht ins Wasser lasse, dann nimmt der Juckreiz wieder zu. Momentan "blüht" aber der See vor lauter Algen und stinkt bestialiasch. Wegen ihrer Stehtage nahm ich sie auch nicht weiter mit in die Zivilisation. Deshalb habe ich sie hier immer ohne irgendwelche Zusätze alle paar Tage richtig abgeduscht. Sie geniest es förmlich. Und es hat die gleiche abschwellende Wirkung wie im See tauchen. Ihre Augen sind aber viel besser geworden und sie hat wegen der Rolllider kaum noch Probleme. Wahrscheinlich muss ich sie doch nicht daran operieren lassen. Allerdings ist sie wieder sehr dünn. Aber es geht ihr ansonsten sehr gut. Sie kratzt und knabbert sich halt mehr wie ein normaler Hund, aber sie lässt dabei wenigstens die Haut ganz. Anscheinend ist ihr das Kratzen zur Gewohnheit geworden, aber ich könnte mich mit ihrem jetzigen Zustand glatt anfreunden.

Bericht von Mitte August 2003
Das Kratzen wird wieder deutlich schlimmer und ihr Gesicht wird kahl. Am gesamten Körper ist sie wieder rot und an der Kruppe teilweise aufgekratzt. Die Augen sind stark angeschwollen und liegen tief in den Höhlen. Sie wirken sehr trocken. Die Ohrentzündung scheint ebenfalls wiederzukommen. Die Ohren nässen und sind wieder leicht geschwollen. Sie hat am rechten Hinterbein zwei verhornte Stellen bekommen. Eine auf dem Sprunggelenk (Ferse), etwa 5 cm im Durchmesser und an der Außenzehe direkt am Ansatz, ca. 1 cm im Durchmesser. Beide Stellen sind mittelgrau und geschätzte 5 Millimeter dick. Sie sehen Liegeschwielen ähnlich. Das Fell fehlt an diesen Stellen komplett

Ob Xena je wieder ganz gesund wird, ist zwar weiterhin fraglich, aber ich habe im Moment wirklich Hoffnung, den Hund endlich mal komplett mit Fell zu sehen....

Eine detaillierte Berichterstattung findet Ihr auf Xenas Homepage .

 

medizinische Informationen

Hautpatienten mit Juckreiz

Ich möchte nun schreiben, wie die Stufendiagnostik bei einem Hund mit Juckreiz an der Haut aussehen sollte. Es werden also verschiedenste Ursachen zumindest kurz angesprochen. Allergien zeigen sich bei 70 % der Hunde im Alter von 1-3 Jahren und dann wieder vermehrt bei Hunden ab 8 Jahren Generell ist zu sagen, dass die Abklärung dermatologischer Probleme viel Zeit erfordert. Stufenweise müssen mögliche Differentialdiagnosen ausgeschlossen werden, um letztendlich durch deren Ausschluss zu der Diagnose Atopie (Allergie) zu kommen.

Stufenplan:

Stufe 1, Anamnese
Als erstes sollte eine genaue Anamnese des Hundes stattfinden. Auch die Rasse ist hier nicht unwichtig, da es auch Rasse-spezifische Erkrankungen gibt. So sind z.B. der West-Highland-White-Terrier, Cairn- und Foxterrier, Scotch- und Boston-Terrier, Lhasa Apso, Dalmatiner, Boxer, Mops, Irish Setter, Retriever, Schäferhund, Labrador, Bullterrier und Chow-Chow häufig betroffenen Rassen. Wichtig ist auch, dass man die Art und Dauer der Symptome genau erklärt. Leidet der Hund vielleicht nur saisonal über die Probleme? Welches Futter frisst das Tier, wie alt ist es, wurde der Hund schon vorbehandelt? Z.B. kann die Behandlung mit Kortikoiden einen kaschierenden und entfremdenden Einfluss auf die Diagnostik ausüben und sollten zur Diagnostik besser ausschleichend abgesetzt werden. Gibt es in der Verwandtschaft des Hundes ähnliche Fälle? Leidet der Hund unter zusätzlicher Ohr- oder Augenentzündung oder unter Asthma?

Stufe 2, infektiöse Ursachen, Futtermittelallergie
Als nächstes sollten infektiöse Ursachen ausgeschlossen werden. Der Hund sollte auf Ektoparasiten untersucht werden. Eine häufige Ursache für Juckreiz ist und bleibt der Flohbefall. Auch Milbenbefall u.ä. kommt vor. Um die betroffene Hautstelle auf Bakterien zu untersuchen, sollte ein Abstrich des Pustelinhaltes erfolgen. Auch Pilze müssen ausgeschlossen werden. Hierzu wird auch ein Abstrich genommen und dieser wird dann in eine Kultur (mind. 3 Wochen) angelegt Um auch eine Futtermittelallergie zu untersuchen, sollte der Hund über einen Zeitraum von 8-10 Wochen eine spezielle Diät erhalten. Als Kohlenhydrate werden Kartoffeln, als Eiweißquelle je nach Möglichkeit Pferdefleisch, Fisch oder Geflügel empfohlen. Die Diagnose gilt erst als bestätigt, wenn durch die Rückkehr zum vorhergesehenen Futter die Symptomatik erneut ausgelöst wird. Leider bietet Medpharm keinen Test für Futtermittel ab, weil die verfügbaren Tests bei klinisch diagnostizierten Futtermittel-Allergikern die bestehende Sensibilisierung nicht aufzeigen konnten.

Stufe 3 - Hautbiopsie
Als dritte Untersuchung werden 2-3 Hautstanzen aus dem erkrankten Bereich entnommen und histologisch untersucht. Der Histologe kann verschiedenen Zuordnungsbereiche erkennen und dadurch z.B. unter einer Pyodermie noch die allergische Reaktion sehen oder bei Nachweis von Haargranulomen gleichzeitig vorliegende Hefepilzerkrankungen erkennen.

Stufe 4 - Endokrine Störungen>/br> Als Viertes muß man hormonelle Erkrankungen, sogenannte Endokrinopathien, ausschließen. Mögliche Ursachen könnten Störungen der Schilddrüse, der Nebenniere und der Sexualhormone sein. Leider würde es den Rahmen sprengen, wenn ich auf alle Endokrinopathien ausführlich eingehen würde. Gerade bei älteren Hunden sollte aber an diese gedacht werden. Sie verlaufen zunächst ohne Juckreiz. Durch die Veränderung der Haut entstehen jedoch sekundäre Pyodermien mit Juckreiz. Oft werden die Hunde erst zu diesem Zeitpunkt dem Tierarzt vorgestellt.

Stufe 5 - Allergietest
Zu letzt kann noch ein Allergietest vorgenommen werden. Der Test untersucht im allgemeinen die Sensibilisierung gegenüber 21 saisonalen und ganzjährigen Allergenen. Allergietests werden jedoch nicht häufig durchgeführt, denn zum einen sind die notwendigen Allergene sehr teuer, zum anderen braucht es zur Interpretation der Ergebnisse einen erfahrenen Arzt. Bei manchen Allergenpräparationen kann es auch zu falsch positiven Ergebnissen kommen. Allergietests sind nicht geeignet, eine Atopie (=Allergie) von pruritischen Hauterkrankungen anderer Herkunft zu unterscheiden. So werden sie erst dann eingesetzt, wenn die klinische Diagnose oder der begründete Verdacht Atopie bereits gestellt wurde.

Mögliche Therapien bei einer Atopie wäen:
Allergenlösung durch Hyposensibilisierung: eine Immuntherapie ist eine erfolgreiche und kosteneffektive Therapie. Die Zusammensetzung der Allergenlösung ist für jeden Hund spezifisch und basiert auf dem Ergebnis des Allergietestes, der Anamnese und des klinischen Bildes. Über die Wirkungsweise der Hyposensibilisierung gibt es viele Theorien. Nachweisbar wird die Immunreaktion unterdrückt und die Freisetzung bestimmter Botenstoffe, sowie die Produktion von Interferon in T-Zellen gesteigert. Studien über den Erfolg dieser Therapie lagen zwischen 52 % und 96%.

Zusätzlich sollten ergänzende Maßnahmen durchgeführt werden. Es gibt verschiedene Ergänzungsfuttermittel (mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen v.a. essentielle Fettsäuren, Kieselsäure- und Hefepräparate). Um auf der durch die Allergie geschädigten Haut die Gefahr einer Sekundärinfektion durch Pilze und Bakterien zu minimieren, empfiehlt sich eine Badebehandlung. Lokal kann die Haut mit z.B. Kamilloplantlösung, Wundbalsam, Heilsalbe, Benadryl-Lotion und ähnlichem therapiert werden. Kortikoidfreie Lösungen sollten bevorzugt werden. Es kann auch eine Eigenblutbehandlung durchgeführt werden.

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